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Ein Fest für den Türken

Der steinerne Türkenkopf von Purbach zeigt sich nur widerwillig den Touristen. Verborgen hinter den Giebeln der umliegenden Häuser schaut das Wahrzeichen vor sich hin, als ob es ihm egal wäre, dass die ganze Ortschaft und noch mehr seinetwegen in historischen Kleidern am 22. August 20115 durch die Altstadt läuft. Ein nachgebauter Marktplatz aus dem 16. Jhdt. bildet das Zentrum des Festes. Weber, Töpfer, Glasbläser, Papierschöpfer, Korbflechter und andere schon längst vergessene Berufe handwerken nach uralter Tradition. Gaukler und Feuerspucker gesellen sich unter das Volk. Wer mitmachen will kommt einfach in alten Bauernkleidern oder mit der Laute untern Arm und macht einen auf Minnesänger.

Hintergrund:

Im Jahr 1532, als die Türken neuerlich Wien belagern wollten, fanden auch einige Horden den Weg zum Neusiedlersee. Die Purbacher flüchteten mit Hab und Gut vor der Reiterschar ins nahegelegene Leithagebirge. Auf der Suche nach Ess- und Trinkbarem gelangte ein türkischer Soldat in einen Weinkeller. Der burgenländische Rebensaft verhalf  ihm zu einem tiefen entspannenden Schlaf.

Er schlief lange und sein Schlaf hätte wohl noch länger gedauert, wenn ihn nicht ein im Hof überlaut geführtes Gespräch aufgeweckt hätte. Während er schlief, waren seine Kameraden abgezogen, die Bewohner hingegen heimgekehrt. Da er bei Tageslicht an eine Flucht nicht denken konnte, versteckte er sich.

Als es finster geworden war,  versuchte er durch den Schornstein zu entkommen. Mühsam erreichte er den obersten Teil des Rauchfanges, bis er endlich seinen Kopf hinausstecken vermochte. Er war froh, dass er endlich frei atmen konnte. Kaum hatte er jedoch seinen Kopf beim Rauchfang hinausgesteckt, da sah er mit Entsetzen, dass die Gasse voll bewaffneter Bauern war. Sie schrien und drohten ihm mit den Fäusten. Da zog er sich wieder in den Rauchfang zurück und rührte sich nicht, trotzdem sie ihm später zuredeten und ihn ermunterten herunterzusteigen.

Zuletzt räucherte man den verdutzten Türken einfach aus, nahm ihn gefangen und verurteilte ihn zu Knechtschaft. Der Mann aus Anatolien soll sehr zufrieden mit dem Urteil gewesen sein – WER´S GLAUBT?! Nach dem Tode des Knechts ließ der Bauer einen Türkenkopf aus Stein meißeln und setzte diesen auf den gleichen Rauchfang, wo der zum christlichen Glauben gezwungene Heide gefangen worden war.

Der Purbacher Türke, so wurde das Steinbild genannt, ist heute noch am Hause Schulgasse 9 zu sehen. Eine Tafel an der Duchfahrtstrasse weist den suchenden Augen den Weg!!!

Mehr zum Programm finden sie hier: Türkenfest > Video

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