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Prosecco an der Schirmbar, Blick auf die Segelboote

Wenn ein Restaurant sich verbessern möchte, gibt es viele Möglichkeiten: neue Gläser, neue Mitarbeiter, neue Möbel oder man reißt den alten Bau komplett ab und stellt an gleicher Vorzugslage was Neues hin. Wie schaut’s aus mit neuem Publikum? Das ist wohl die spannendste Frage, wenn’s um das neue Seerestaurant Katamaran in der Ruster Bucht am See geht. Man wird se(h)en…

Die offizielle Eröffnung am 11.Mai 2011 wurde nicht nur für die Presse zum Pflicht-Termin, sondern ist auch bis zu den Anwohnern rund um den See und weiter durchgedrungen: “d’Leit hobens dazöhlt, do gibt’s an Saundplotz”, ja und sogar mit Liegestühlen, die alle in Richtung Sonnenuntergang schauen, quasi fürs Public Viewing am See. Aber das nur nebenbei bemerkt und quasi als I-Tüpfelchen, denn ansonsten ist das Restaurant mit seinem grossen Aussenbereich ganz gut gelungen.

Das moderne Holzdesign schafft sowohl drinnen wie draussen viel Atmosphäre und läd gerade dazu ein, auch ein wenig länger zu verweilen. Das liegt aber natürlich nicht nur am ansprechenden Ambiente, sondern auch an der See-Kulisse drumherum. Das rhytmische Plätschern des Wassers, das sehnsuchtsvolle Gekreische der Möven, die vielen Segelboote drumherum, von denen ab und zu eines direkt am Steg des Restaurants anlegt. Man kann einfach dasitzen, schauen und träumen.

Auf den ersten Blick ist man sogar gewillt, das ganze mit der Mole West in Neusiedl am See zu vergleichen. Der zweite Blick fällt dann aber zum Beispiel auf den sog. “Seebiergarten”, einen Abschnitt der Aussenterrasse des Restaurants. Das hat’s auch noch nicht gegeben, am Neusiedlersee. Ebenso wenig die sommerliche Schihüttenromantik, die nicht nur mit dem Biergarten gegeben ist, sondern auch durch den ein oder anderen Ober namens Stefan, der mit coolen Sprüchen die Schirmbar rockt und so die Gaudi perfekt macht. Die Bar stellt übrigens den Mittelpunkt der Freiterrasse dar und ist draussen eine absolute Anlaufstelle.

Vom Après-Ski zum After-Sun

Damit ist die Art von Gemütlichkeit, die hier ein wenig von der Steiermark herüberschwappt auch was “Neues” am See. Denn das eigentliche Standbein von Chef und Steuermann des Seerestaurants Anton Polleres ist sein Bergrestaurant am Semmering, und somit nicht weit vom “Steirischen” entfernt. Nun heißt es also vom Après-Ski am Berg zum After-Sun am See. Es sind auch diverse Partys geplant. Das erste Fest ist die Eröffnungsparty am kommenden Samstag, 14.Mai 2011, ab 16 Uhr mit Essen, Bier, Wein und Softdrinks gratis.

Die Preise des Seerestaurants sind ebenfalls nicht mit diversen anderen Schiki-Miki-Etablissements am Neusiedler See vergleichbar, denn sie sind noch human geblieben. So zahlt man für ein Wiener Schnitzel vom Schneeberg Landschwein 9,20 €. Es gibt eine Tageskarte mit saisonalen Spezialitäten. Und das gefürchtete Parkplatzdrama hält sich wohl auch in Grenzen, denn Restaurant-Gäste können nach Gratis-Ausfahrtstickets fragen mit denen man recht grosszügig ist. Bei den Getränken ist die Melange mit 2,70 € und der Spritzer mit 2,00 € auch ok. Obwohl der Spritzer, egal ob Sommer- oder nicht, der im Caipirinha-Glas und stets mit Eiswürfel serviert wird, vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Oder setzt gerade das neue Akzente? Man wird se(h)en! 😉

So allmählich sind endlich Ansätze da, sich von der 70-er Jahre Nostalgie am Neusiedlersee zu trennen, und das ist auch gut so. Ein guter Ansatz ist das neue Seerestaurant. Und das sehen nicht nur die Touristen so, sondern auch Eisenstädter und andere “Neusiedler Seer”.

4 Comments

  1. Tiefseetaucher

    Mole West für Arme…sag’ ich da nur!!!

  2. Es läuft noch nicht alles rund. Von dem Servierperonal kann man schon erwarten, dass es den Bierteller selber auf den Tisch legt. Wenn Radler statt Pils aus dem Zapfhahn läuft, dann kann das eben schon einmal passieren, aber dass es das versprochene Gratis-Ausfahrtsticket für den Parkplatz nicht gibt, das geht gar nicht. Ärgerlich, wenn man dort speist und eine ordentliche Zeche macht. Passt das Dessert (Parkplatzticket) nicht, dann bleibt ein bitterer Geschmack lange im Gedächnis. Die Stadt Rust bittet ja auch noch um Mitternacht zur Gebührenkasse. Schmeist doch den Schranken in den Graben, man bezahlt doch eh für den Besuch des Strandbades!

    • ja, weg mit Schranken! oder Gratis Ausfahrtstickets (aber nicht nur für 1 Stunde!) ansonsten kann ich das Lokal nur weiterempfehlen, einfach TOP 🙂

  3. nach einem ersten vor Ort Besuch muss ich sagen: das neue volkseigene Gastronomiekombinat der Freistadt Rust ist architektonisch gelungen und auch der Service passt.

    Wir entbieten brüderliche sozialistische Grüße vom gegenüberliegenden Seeufer und wünschen dem Pächter für den Umgang mit den Genossen Eigentümervertretern alles erdenklich Gute.

    OJE

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