Die Bergkirche Eisenstadt – besonderer Ort der Mythen

350px-bergkirche_eisenstadtaustriaDie Bergkirche ist eines der Wahrzeichen Eisenstadts und ein ganz besonderer Ort, nicht nur durch ihre Bedeutung, auch im Bezug auf Joseph Haydn, sondern auch in seiner interessanten Architektur und beeindruckenden Gestaltung. Sehenswert !

Die Gebäudegruppe bietet einen imposanten Anblick. Es besteht heute nur jener Bauteil, der nach Eisenstädter Überlieferung das Sanktuarium der geplanten riesigen Kirche werden sollte. Der mächtige vierseitige Block weist ein Walmdach auf.
An der Westfront befinden sich zwei quadratische Turmstümpfe, die Zeltdächer tragen. Westseitig schließt an den Baukörper eine zweigeschossige Vorhalle an. Im Süden sind die Sakristei und niedrige Devotionalienbuden angebaut. Über der Segmentbogentür zur Nordhalle (um 1795) ist das fürstlich Esterhàzysche Wappen zu sehen.

Ursprünge

An jenem Ort, an dem sich heute auf einem flachen Ausläufer des Leithagebirges das burgenländische Landesheiligtum der Muttergottes von Eisenstadt-Oberberg erhebt – die Gnadenkapelle, der Kalvarienberg und die Kirche zu Mariä Heimsuchung – , befanden sich noch vor drei Jahrhunderten nur Wälder, Sümpfe und ein Steinbruch. Die Gebäude verdanken ihre Entstehung und Ausgestaltung der Familie Esterhàzy, genauer gesagt, dem Fürsten Paul I Esterhàzy. Er war von einer Wallfahrt nach Maria Lanzendorf so beeindruckt, dass er den Entschluss fasste, auch nahe seiner Residenz in Eisenstadt einen ähnlichen Berg zu errichten.

1707 wurden insgesamt zehn Kapellen und 18 Altäre in diesem künstlich errichteten Berg geweiht. Die Gnadenkapelle, ebenfalls Teil des Kalvarienberges, wurde 1711 geweiht.1715 erfolgte zwar die Grundsteinlegung für den Bau des Gotteshauses, doch gingen die Arbeiten nur zögernd voran. Die Nachfolger von Fürst Paul I. hatten nicht die Geldmittel, den geplanten Neubau weiterzuführen. Nun bemühten sich die Franziskaner um die Fortsetzung der Arbeiten am Kirchenneubau.

Die Kirche entstand im Westen des Kalvarienberges und der Gnadenkapelle. Das Gotteshaus wurde in der Folge so weit ausgestattet, dass ab dem Jahr 1743 fallweise auch Gottesdienste stattfinden konnten. Es ist anzunehmen, dass 1765 zumindest ein Turm ausgebaut war, da in diesem Jahr drei kleine Glocken angekauft wurden. Mit der Ausmalung des Kircheninneren im Jahr 1772 war der Neubau im Wesentlichen beendet.

siehe auch...  Die Schöpfung am 19. Jänner

Von 1820 bis 1954 war der Komponist Joseph Haydn in der Haydngruft, der Krypta der Kirche, beigesetzt, bevor er 1954, nach der Rückgabe des Schädels, im Haydnmausoleum bestattet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus wiederholt restauriert, 1993 die berühmte Haydnorgel einer Restaurierung unterzogen.

Innenraum Bergkirche,

Die Brüstung ist gerade, unter dem Vorsprung für das Orgelpositiv ist ein gemaltes Wappen der Fürsten Esterhàzy zu erkennen. Die Wandmalerei in der Kuppel zeigt eine Darstellung der Himmelfahrt Christi.  Das Altarbild des Hochaltars zeigt Mariä Heimsuchung. Die Altargemälde der Seitenaltäre stellen in schwarzen Rundbogenrahmen die Geburt Mariä und die Apotheose des hl. Michael dar (um 1770).

Den viereckigen Kanzelkorb (18. Jahrhundert) zieren gemalte Szenen aus dem Leben Jesu. Die sogenannte Haydnorgel wurde 1797 aufgestellt. Mit ihr wurden in den folgenden Jahren mehrere Messkompositionen Joseph Haydns bei der Uraufführung unter der Leitung des Meisters begleitet.

Der fünfteilige Prospekt weist reich geschnitzten Akanthusschmuck auf. Der Taufstein aus dem 18. Jahrhundert trägt die Jahreszahlen der Entstehung und Renovierung (1712 bzw. 1889).

Sehenswert ist der Grabstein Joseph Haydns unter der Empore, dessen Sockel eine Inschriftentafel aufweist. Neben dem Grabstein führt eine Tür zum Mausoleum (1932). Hier wurden die Gebeine des Komponisten 1954 endgültig bestattet. Die Gruft unter der Kirche birgt einige interessante klassizistische Grabsteine.

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