Im Schandorfer Wald liegen Zeugnisse einer längst vergangenen Welt: mächtige Grabhügel, die vor rund 2.700 Jahren entstanden und bis heute die Landschaft prägen. Was sich hinter diesen Erhebungen verbirgt, soll nun leichter verständlich werden. Am Samstag, 24. Oktober 2026, um 10 Uhr wird in Schandorf ein neues multimediales Besucherzentrum eröffnet. Für das Südburgenland entsteht damit ein Ausflugsziel, das Archäologie, Natur und Radfahren verbindet. (Foto: Gemeinde Schandorf)
Ein Wald voller Geschichte
Die Besiedlung des Schandorfer Raums ist durch archäologische Funde seit etwa 7.000 Jahren belegt. Besonders eindrucksvoll sind die Grabhügel aus der Hallstattzeit, einer Epoche der frühen Eisenzeit. Die Gemeinde beschreibt 285 große Hügelgräber, die teilweise bis zu 16 Meter hoch und 40 Meter breit sind. Dazu kommen zwei Gruppen römerzeitlicher Grabhügel. Das Landesmuseum spricht für das gesamte Hügelgräberfeld von knapp 400 archäologischen Objekten. Die unterschiedlichen Zahlen beziehen sich also nicht auf dieselbe Zählweise.
Die Größe der Grabhügel lässt erahnen, welche Bedeutung Bestattungsrituale und gesellschaftlicher Rang damals hatten. Zugleich sind die Hügel Teil eines geschützten historischen Landschaftsraums: Wer hier unterwegs ist, sollte auf den vorgesehenen Wegen bleiben.
Geschichte unter einer modernen Kuppel
Herzstück des neuen Besucherangebots ist ein als Hügelgrab gestalteter, begehbarer Schauraum. Mithilfe multimedialer Darstellungen sollen archäologische Funde, historische Zusammenhänge und das Leben der Menschen in der Eisenzeit nachvollziehbar werden. Das Konzept bringt die Vermittlung dorthin, wo die Geschichte tatsächlich stattgefunden hat: an den Rand des Gräberfeldes.
Das Besucherzentrum liegt direkt am Bahntrassen-Radweg. Dadurch lässt sich der Besuch mit einer Radtour oder einem Spaziergang verbinden. Ein archäologischer Rundwanderweg mit Erlebnisstationen ist Teil des übergeordneten Projekts; welche Abschnitte zum Eröffnungstermin bereits uneingeschränkt nutzbar sind, sollte vor einem Ausflug vor Ort erfragt werden.
Ein Projekt über die Grenze hinweg
Die Vermittlung des archäologischen Erbes erfolgt im Rahmen des grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts „ArcheoROUTE“. Burgenland Tourismus – Erlebnisregion Südburgenland ist Leadpartner; die Gemeinde Schandorf betreibt das Besucherzentrum. Das Projekt knüpft an frühere archäologische Forschungen mit ungarischen Partnern an und soll ein Kulturerbe sichtbar machen, das lange wenig Beachtung fand.
Das passt zur Geschichte von Schandorf: Die Gemeinde liegt an der ungarischen Grenze, am Fuß des Geschriebensteins, und ist auch durch ihre burgenlandkroatische Tradition geprägt. Ein Besuch führt damit nicht nur in die Eisenzeit, sondern auch in eine Region mit vielschichtiger Grenzgeschichte.
Eröffnung am 24. Oktober
Die feierliche Eröffnung beginnt am Samstag, 24. Oktober 2026, um 10 Uhr. Nach dem offiziellen Teil ist eine Besichtigung der Ausstellung angekündigt. Veranstaltungsort ist Schandorf 150, 7472 Schandorf. Reguläre Öffnungszeiten und Eintrittspreise für spätere Besuche sind in der vorliegenden offiziellen Eröffnungsinformation nicht genannt; diese Angaben sollten vor einem geplanten Ausflug bei der Gemeinde eingeholt werden.
Unser Tipp für einen Ausflug ins Südburgenland
Wer sich für Geschichte interessiert, sollte für Schandorf mehr als einen kurzen Fotostopp einplanen. Die Verbindung aus Grabhügeln, neuer Ausstellung und Landschaft eignet sich für einen ruhigen Halbtag. Für Radfahrer ist die Lage am Bahntrassen-Radweg besonders praktisch. Und wer weiterfahren möchte, kann den Ausflug mit einem Besuch der Umgebung von Rechnitz oder dem Geschriebenstein verbinden.
Weitere Informationen: Landesmuseum Burgenland – Eröffnung, Gemeinde Schandorf und Land Burgenland – Projektbeschreibung und Pressefotos.


