Brücke von Andau: Neue Gedenkplattform erinnert an 1956

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland/Emmerich Mädl

Dorothea Müllner-Frühwirth, 17. Oktober 2026

Ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird

Mitten in der weiten Landschaft des Hanság, an der österreichisch-ungarischen Grenze, steht die Brücke von Andau. Im Herbst 1956 wurde sie für viele Menschen zum Weg in die Freiheit. Siebzig Jahre später hat der geschichtsträchtige Ort eine neue Gedenkplattform erhalten. Am 17. Oktober 2026 wurde sie im Rahmen einer österreichisch-ungarischen Gedenkfeier symbolisch eröffnet.

Gedenkplattform Brücke von Andau - Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland/Emmerich Mädl
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Landesrätin Daniela Winkler gedachten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Österreich und Ungarn der Ereignisse des Ungarischen Volksaufstandes vor 70 Jahren.
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland/Emmerich Mädl | Dorothea Müllner-Frühwirth

Was geschah an der Brücke von Andau?

Nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands 1956 flohen mehr als 200.000 Menschen aus Ungarn in den Westen. Viele kamen über den Einser-Kanal bei Andau nach Österreich. Die Menschen in den umliegenden Orten halfen mit Unterkunft, Verpflegung und persönlichem Einsatz. Am 21. November 1956 wurde die damalige Holzbrücke gesprengt. Später wurde sie als Erinnerungsort wiedererrichtet.

Was ist neu an der Gedenkstätte?

Die neue, hölzerne Plattform bietet einen Blick auf die Landschaft des Hanság-Waasen. Informationstafeln und Bilder erzählen von der Flucht und der Hilfe auf österreichischer Seite. Ein pädagogisches Konzept mit neun symbolischen Fußstapfen stellt einzelne Lebensgeschichten von Geflüchteten und Helfenden vor. Entwickelt wurde es von Studierenden der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland. Die Plattform ergänzt die Brücke als Ort der Erinnerung und der Begegnung.

Ausflug durch die Landschaft des Hanság

Die Brücke liegt rund zehn Kilometer außerhalb des Orts Andau. Gerade die offene Landschaft macht den Besuch eindrucksvoll: Wer hier unterwegs ist, erlebt nicht nur Geschichte, sondern auch den Grenzraum zwischen Seewinkel und Westungarn. Die Zufahrt und die Wegverhältnisse sollten vor einem Besuch geprüft werden. Für eine Radtour empfiehlt sich eine Planung ab Andau; genaue Streckenlänge, Beschilderung und Grenzübertritt bitte anhand aktueller Karten kontrollieren.

Ein Ausflug, der zum Nachdenken einlädt

Die Gedenkplattform eignet sich für einen ruhigen Zwischenstopp, für geschichtlich Interessierte und für Schulgruppen. Die neun Lebensgeschichten machen deutlich, dass sich hinter historischen Zahlen persönliche Schicksale verbergen. Wer mehr über Andau erfahren möchte, findet auf Pannonien.tv auch den Beitrag „Andau, das Sonnendorf Österreichs“.

Quellen: Foto: Land Burgenland, 17. Oktober 2026; PPH Burgenland, 19. Oktober 2026.