Kein Zimmer frei

Der Tourismus im Mittelburgenland bleibt trist. Da hilft auch das Lisztjahr nicht weiter, denn davon merken die Hotelbetreiber wenig bis nichts. Es ist fünf vor zwölf im „Sonnenland“. Innerhalb von zwei Jahren sind die Nächtigungen um elf Prozent gesunken. „Jetzt müssen Reformen her“, fordern die Liste Burgenland Mandatare „Erich Trummer“  und „Manfred Kölly.“

Neue Konzepte. Neue Fachleute. Werbe-Ressourcen will man bündeln. Was immer das heißen mag. Zuletzt schlug das umstrittene Projekt „Mittelburgenland goes Südburgenland“ fehl! Da machte Landeshauptmann Niessl leider vorzeitig einen Rückzieher. Isoliert sich das Sonnenland nun selbst? So wie seine Zimmervermieter, die völlig vergessen haben, dass Hotels heutzutage meist über das Internet gebucht werden?  Bei hotelscombined – stöbert in allen wichtigen Buchungsmaschinen – suchen wir vergeblich nach Neckenmarkt, Raiding und Horitschon. Offenbar kann man in diesen Dörfer gar nicht übernachten. In Deutschkreutz werden uns 3 Hotels angezeigt. Mit einem zweifelhaften Ergebnis: für den Zeitraum 27. Februar 2011 – Dienstag, 08. März 2011 sind alle Unterkünfte ausgebucht. Haben Hotel Schreiner, der Kirchenwirt, das Hotel Huszar wirklich kein freies Zimmer mehr, oder blockieren die Vermieter absichtlich ihre Zimmer und hoffen auf den großen „Run“ von Busreisenden? Ein Grund warum man mit den Einträgen in den Hotelsuchmaschinen so sparsam umgeht, liegt auch an den altgedienten Vermietern. Mehr als die Hälfte sind über 60 Jahre alt. Eine ehemalige Bundesministerin formulierte es treffend: „Wer soll in Horitschon schon das  Internet nutzen?“

Auf der Ferienmesse 2011 fragte mich eine Wiener Fremdenführerin, was sie auf der Fahrt von der Burg Forchtenstein über das Mittelburgenland nach Sopron ihren Gästen erzählen könnte. „Vom Filmdrehort Ruine Landsee, vom vulkanischen Pauliberg, vom Schloss Deutschkreutz (in Privatbesitz und nicht regulär zu besichtigen), vom Schloss Kobersdorf und vom Liszthaus in Raiding“, erklärte ich. „Und wo können wir Mittagessen?“ „Hmmm, da fahren Sie am besten gleich weiter nach Kophaza zum Hubertus Tercia!“