Früh raus, Fernglas mit – Güssing wird zum Hotspot für Vogel-Fans
Güssing, April 2026
Nicht nur rund um den Neusiedler See wird gezwitschert und gezählt. Auch im Südburgenland hat sich leise, aber spürbar eine Szene entwickelt: Birdwatcher, Naturfans, Frühaufsteher. Treffpunkt: die Güssinger Teiche. Am 18. und 19. April wird das Ramsar-Gebiet zur Bühne für seltene Beobachtungen – und für alle, die genauer hinschauen wollen.

244 Vogelarten wurden hier bereits dokumentiert. Eine Zahl, die selbst Kenner kurz innehalten lässt. Zwischen Schilf, Wasserflächen und Blickachse zur Burg Güssing entsteht ein Naturraum, der mehr ist als nur Kulisse. Wer früh genug da ist, hört nicht nur das erste Zwitschern – sondern erlebt, wie sich das Gebiet langsam mit Leben füllt.
Die „Birdwatching-Tage“ setzen genau dort an. Geführte Touren, organisiert vom Pflegeverein Ramsargebiet Güssinger Teiche, führen Besucher direkt hinein ins Geschehen. Ornithologe Daniel Leopoldsberger (BirdLife Burgenland) begleitet die Gruppen, erklärt, zeigt, lässt beobachten. Keine trockene Theorie, sondern Praxis im Morgengrauen.
Start ist jeweils um 5:30 Uhr oder am Nachmittag um 15:30 Uhr. Rund drei Stunden dauert eine Tour. Danach: kleine Jause am Teich, Gespräche, Austausch. Ferngläser und Spektive stehen kostenlos zur Verfügung – man muss also kein Profi sein, um einzusteigen.
In den letzten Jahren wurde das Gebiet deutlich aufgewertet. Neue Wege, Beobachtungswarten, bessere Zugänge. Das merkt man sofort. Die Anlage wirkt offen, ruhig, zugänglich. Und genau das zieht an: Menschen, die Natur nicht nur sehen, sondern verstehen wollen.
Anmeldung läuft über die Website www.ramsar-guessing.at oder per Mail. Kostenpunkt: 20 Euro pro Person. Kein großer Aufwand für ein Wochenende, das zeigt, was direkt vor der Haustür passiert – wenn man hinschaut.

