Bewegt man sich in Ungarn’s Strassenverkehr, ist Vorsicht geboten, das ist mittlerweile nix neues mehr und pannonien tivi hat auch schon mehrfach berichtet. Doch es geht noch weiter mit zum Teil äußerst empfindlichen Strafen. Vor allem wenn’s um’s Thema (Falsch)Parken geht. Neuerdings muss man sich sehr wohl überlegen, ob man den Strafzettel, der auf der Windschutzscheibe vom Auto klebt, einfach in den nächsten Papierkorb wirft oder ob man die 1600 Forint Strafe einzahlt. Denn es könnte um das 15-fache oder mehr teurer werden.
Leider hat es auch das Team von pannonien tivi „erwischt“! Da wir verständlicherweise immer wieder in Ungarn, vorzugsweise Sopron, und meistens mit dem Auto unterwegs sind, um wichtige Infos zu sammeln und um tolle Tipps weiterzugeben, müssen wir auch immer irgendwo mal schnell parken. Allerdings kann es in der ganzen Hektik dann schon auch mal vorkommen, „hüstel… hüstel“, daß man länger stehen bleibt, wie die Uhrzeit aufm‘ Parkschein vorgibt. Oder man kümmert sich einfach nicht weiter drum. „Aaach, geh‘! Do kummt eh‘ nix..!“ Von wegen! 100 Jahre später, oder zumindest immerhin 14 Monate danach, trudelt so mir nix, dir nix eine Zahlungsaufforderung ein, und das auch noch aus London und mit einem mehr als unverschämten Betrag von 80.93! Ein stummer Schrei ist dabei meistens die erste Reaktion – nur zur Info, falls es euch auch „erwischt“.
Ungarische Park-Misere endet in London
Im Fall Soprons hat die Sopron Holding, eine vom Gesetzgeber bevollmächtigte Dienststelle, Busgeldangelegenheiten in Sachen Parkstrafen & Co. an eine Londoner Firma, namens „Euro Parking collection plc“ ausgelagert. Was wie eine englische Gemäldesammlung klingt, hat die Sopron Holding mittels Vertrag und Handlungsvollmacht dazu ermächtigt, Forderungen einzutreiben. Versucht man nun seiner ungarischen Park-Misere telefonisch irgendwelche Details zu entlocken bzw. manchmal braucht man einfach jemanden zum reden, vor allem wenn es sich dann um die Summe von 80.93 € handelt, so endet dies jedoch in einer Sackgasse.
In London selbst ertönt wie so oft eine immerhin deutschsprechende Telefonstimme mit undefinierbaren Akzent, die einem dann sagt, daß man auf der Internetseite www.epcplc.com/payment Einspruch erheben kann. Nächster Schritt, die Sopron Holding selbst anrufen. Nach einigen Verbindungsversuchen, weil sich a) niemand zuständig fühlt und b) keiner deutsch oder englisch spricht, endlich die anscheinend richtige Person an der Strippe. Allerdings ist auch hier weder eine deutsche noch eine englische Konversation möglich und somit das Gespräch für das weibliche Gegenüber beendet, die dann einfach auflegt. Somit wird dem Kunden eine eindeutige Lösung angeboten, nämlich gar keine.
80 € teurer Parkschein
Liebes ungarisches Volk! Mit solchen Aktionen macht ihr euch nicht gerade Freunde und beliebt schon gar nicht, nicht bei den österreichischen Nachbarn noch bei den Touristen. Klar, wer den Parkschein nicht zahlt oder falsch parkt, dem steht schon eine Strafe zu, das darf auch in Ungarn so sein. Aber so unverschämt übertrieben und das man sich als Tourist oder (ehemaliger) Ungarn-Fan nur mehr ärgern kann?
Bleibt nur noch eine letzte Hoffnung, als Aufklärungsarbeit für pannonien tivi und seine Seher – das Bürgermeisteramt. Weiters prüfen wir auch den Vertrag, der die Sopron Holding über diese Londoner Firma dazu ermächtigt, ausländische Autos zu strafen, sowie die anscheinend willkürlich angesetzte Höhe des Bußgeldes, dem das Parkopfer in der Zahlungsaufforderung ausgesetzt ist.
Wichtig; Die Sopron Holding hat nun eine Webseite – http://www.sopronholding.hu

