Man kann es drehen und wenden, probieren und verkosten – am Ende landet man wieder dort, wo Ungarns Wein gerade am klarsten spricht: am Plattensee. Auch heuer geht der Große Preis des Ungarischen Weins an Produzenten aus der Region rund um den Balaton. Und das nicht knapp, sondern ziemlich eindeutig.
Bei den Weißweinen holte sich der Blaustengler 2024 von Weingut Bálint Földi aus Badacsony den Spitzenplatz. In der Kategorie Rotwein setzte sich der Peregrina Cuvée 2021 der Weinkellerei Zelna aus Balatonfüred durch. Zwei Orte, zwei Stile – und doch dieselbe Botschaft: Der Balaton bleibt das Maß der Dinge.
Der Wettbewerb selbst ist nichts für Schnellschießer. Der Kreis Ungarischer Weinkritiker lässt sich Zeit. Mehrere Runden, strenge Kriterien, kein Platz für modische Spielereien. Zugelassen sind nur Weine unter fünf Jahren, mit moderatem Restzucker und klarer internationaler Klasse. Am Ende bleiben zwölf weiße und zwölf rote Kandidaten übrig – die berüchtigten „Super 12“. Wer gewinnt, entscheidet eine Blindverkostung. Ohne Etikett, ohne Namen, nur das Glas zählt.
Dass die Plattensee-Region dabei heuer gleich zehn Weine in die Topliste brachte, überrascht Kenner kaum. Sechs Weinbaugebiete rund um den Balaton liefern konstant ab. Dahinter folgen Pannonien mit Villány, Szekszárd und Pécs, Nordungarn mit Eger und Mátra, dazu Tokaj und Oberpannonien. Gute Gesellschaft – aber der See bleibt vorne.
Einen besonderen Moment gab es beim József-Kosárka-Gedächtnispreis. Er ging an die Weinkellerei Vesztergombi aus Szekszárd. Der Preis erinnert an József Kosárka, Gründer und langjährigen Vorsitzenden des MBK, der 2022 verstarb. Ausgezeichnet wird jenes Weingut, dessen Weine von den Kritikern am häufigsten nominiert wurden – kein Glamourpreis, sondern einer für echte Konstanz.
Überreicht wurden die Auszeichnungen am 10. Jänner im Mercure Hotel Magyar Király in Székesfehérvár, im Rahmen der Großen Weißenburger Weinmusterung. Und weil Wein ohne Wissen nur halb so spannend ist, geben die beiden Hauptpreisträger Bálint Földi und Barna Barabás (Zelna) gleich gemeinsam einen Meisterkurs.
Kurz gesagt:
Wer wissen will, wo Ungarns Wein gerade wirklich spielt, muss nicht lange suchen. Ein Blick zum Plattensee reicht. (Quelle Ungarn-heute)








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