Quo vadis Burgenlands Haydn-Metropole? Das mit viel Aufwand und hohen Kosten neu adaptierte Allsport-Zentrum weist Defezite auf, das neue Kulturzentrum mitten in der City wird von der Stadt so gut wie gar nicht genutzt und eines der schönsten Fußball-Stadien Österreichs gleicht einer Müllhalde!
„Abgänge von 850.000 € pro Jahr reissen riesige Löcher in unser Budget“, klagt Vizebürgermeister Günter Kovacs, „andererseits aber lassen wir nahezu zwingende Einnahmequellen einfach versickern.“ Eine solche ist etwa das „Dauerbrenner-Event Haydn“, das nach dem Gedenkjahr an den grossen pannonischen Tondichter „ausgebrannt“ erscheint. Das beweisen nicht zuletzt die stark zurükgegangenen Nächtigungszahlen.
Würde die Stadt am neuen 24 Millionen-Projekt Kulturzentrum mitpartizipieren, könnte man bei kulturellen Veranstaltungen – über das Jahr verteilt – einiges Geld lukrieren. „Diese Möglichkeit aber lassen Bürgermeister Thomas Steiner und dessen Team völlig ungenützt“, so Kovacs, der mit der SP und seiner Entscheidungskraft im Rathaus gegenüber der VP-Mehrheit eindeutig im Hintertreffen ist.

Was aber nicht nur Kovacs ärgert, sondern nicht wenige Burgenländer, die vor dem Umbau des Allsport-Zentrums mit Sauna, Hallenbad, Sporthalle und Eislaufplatz „einst ständige Gäste waren“, es nun aber nicht mehr sind. Da hilft es wenig, wenn sich Bürgermeister und Verwaltungsbeamte etwa bei Badegästen für Unzulänglichkeiten sehr oft öffentlich entschuldigen müssen. Störend ist die zu klein geratene Sauna-Landschaft, abgesperrte Bahnen im Schwimmbecken oder das von den Badenden nicht frei zugängige Restaurant.
„Da wurden Millionen investiert, aber fast nichts passt zusammen“, gibt sich Theresia Landl, die Geschäftsführerin der betreibenden „Tola Imbiss GmbH“ höchst empört. So ist die Küche des Gastronomiebereiches trotz der hohen Investitionskosten kaum benützbar. „Das kann man nur mit Husch-Pfusch umschreiben“, sagt die durch die Gemeinde in den Ruin getriebene Gastronomin. Denn, bedingt durch die ungereimten Verwaltungsvorgaben, hat man ihr beinahe im wahrsten Sinne des Wortes „das Wasser abgedreht“!
Die Tola GmbH ist laut Pachtvertrag der einzige Versorger im Eisenstädter Allsport-Zentrum, dennoch ist es etwa Veranstaltern eines Hallenturnieres erlaubt, eigenes Catering und Ausschank (noch dazu ohne Konzession) zu betreiben. Das trifft ebenso auf Eis-Events zu. Die Badegäste dürfen nicht ins Restaurant. Anstelle zu Speis und Trank an einem der Tische in dem sonst ansprechenden Ambiente Platz nehmen zu können, sehen Theresia Landl und ihr Bedienungspersonal die Gäste nur durch eine Glasscheibe.
Daher bereiten der Gastronomin Tagesumsätze von oft nur 13 € nicht nur Kopfzerbrechen, sondern treiben sie weiters auf den Weg zum Konkurs-Richter. „Jetzt ist Handeln gefragt“, bemüht sich Günter Kovacs, der das Vernunft-Gespräch mit seinem Chef Steiner sucht. „Sollte über den Gastronomiebetrieb im Allsport-Zentrum der „Pleite-Geier“ verhängt werden, ist offenbar auch das gesamte Sport-Zentrum zum Scheitern verurteilt“. Schließlich bleiben immer mehr Gäste aus, was aber dem Leiter des Eisenstädter Freizeitbetriebes, Alfred Schlögl, weiters nicht stören dürfte. Er bezieht sein monatliches Gehalt ja weiterhin…!

