Kunst unter Druck – Lisa Großkopf zeigt in Eisenstadt, was wir täglich leisten sollen
Eisenstadt, Landesgalerie Burgenland.
Schöner. Schneller. Härter. Und bitte mit Haltung. Lisa Großkopf nimmt in ihrer neuen Ausstellung „Stabile Performance“ genau dieses Dauer-Programm auseinander – mit Witz, mit Schmerz, mit klarer Kante. (Titelfoto: Portrait: © Lisa Großkopf/ Bildrecht Wien, 2026)
Am Freitag, 27. Februar, wird in der Landesgalerie Burgenland eröffnet. Begrüßt wird das Publikum von Claudia Priber, Geschäftsführerin der Kultur Betriebe Burgenland. Kuratorin Andrea Popelka spricht mit der Künstlerin über das, was uns alle betrifft: den Druck, immer zu funktionieren. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil übernimmt die offizielle Eröffnung. Der Wein kommt vom Weingut Krikler aus Weiden am See. Burgenländischer Boden, globales Thema.
Großkopf richtet den Blick auf den Körper – genauer: auf den Körper der Arbeiterin. Auf Optimierung, Disziplin, Durchhalteparolen. Videoarbeiten, Fotografien, Installationen und Performances zeigen, wie tief sich Leistungsdenken in Muskeln und Köpfe frisst. Von Schönheitsbehandlungen bis zu historischen Grenzerfahrungen der Performancekunst zieht sich ein roter Faden: Wer nicht liefert, fällt raus.
Eine zentrale Wandarbeit formuliert die Befehle, die viele Kunstschaffende kennen: „Art must be timeless. Art must be art. Artists must suffer.“ Kunst muss zeitlos sein. Kunst muss Kunst sein. Künstlerinnen und Künstler müssen leiden. Großkopf stellt die simple Gegenfrage: Müssen sie?
Die Ausstellung läuft von 28. Februar bis 10. Mai 2026 im Hauptraum der Landesgalerie Burgenland. Begleitend erscheint der Katalog „Schöner Schwitzen“. Titel, der sitzt. Denn genau darum geht es: um das Schwitzen für Erwartungen, die selten ausgesprochen, aber immer spürbar sind.
Zur Vernissage gibt es ein Gewinnspiel – organisiert von der Künstlerin selbst. Zu gewinnen: ein Überraschungspaket. Kein Bargeld, kein Kleingedrucktes, nur Kunst. Wer aus Wien anreist, kann einen Shuttlebus nutzen. Abfahrt bei der Albertina, Rückfahrt am selben Abend. Zehn Euro kostet das Ticket, dazu gibt’s Rabatt im Ausstellungsshop.
Im Rahmenprogramm stehen Führungen, eine Lecture Performance mit Vitus Weh, ein Podiumsgespräch mit Jasmin Schaitl sowie ein performativer Spaziergang mit Audiowalk. Großkopfs Arbeiten verlassen dabei den klassischen White Cube und gehen hinaus in Bewegung.
„Stabile Performance“ ist keine Ausstellung zum schnellen Durchgehen. Sie fordert Zeit – und vielleicht auch Ehrlichkeit. Denn wer ehrlich ist, kennt das Gefühl: immer noch ein bisschen mehr geben zu müssen. Großkopf zeigt, was das mit einem macht. Und fragt leise: Wer hat das eigentlich beschlossen?









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