Magischer Stein bei Winden: Führt dieser Felsspalt in eine andere Zeit?

Drei Mann hoch, mitten im Wald und in der Mitte gespalten: In der Nähe der Bärenhöhle bei Winden am See versteckt sich ein gewaltiger Felsblock, um den sich allerlei Geschichten ranken. Ein offizielles Ausflugsziel ist er nicht. Gerade deshalb wollten wir wissen: Was ist dran am „magischen Stein“?

Manchmal braucht es keine Burg, keinen Aussichtsturm und keine Eintrittskarte.

Manchmal reicht ein riesiger Stein mitten im Wald.

Und dieser hier sieht tatsächlich ein bisschen so aus, als wäre etwas nicht ganz normal.

In der Nähe der Bärenhöhle bei Winden am See steht zwischen den Bäumen ein mächtiger Felsblock. Mehrere Meter hoch, in der Mitte gespalten und mit einem schmalen Durchgang, durch den man – wenn man nicht gerade einen großen Rucksack trägt – hindurchschlüpfen kann.

Wer davorsteht, versteht schnell, warum sich um diesen Platz Geschichten entwickelt haben.

Ein Tor?

Ein geheimer Durchgang?

Oder vielleicht doch der Eingang in eine andere Zeit?

Irgendwo im Wald wartet der Stein

Über den Stein wird in der Gegend schon länger erzählt.

Auch wir haben ihn bereits vor Jahren in unserem Pannonien-Artikel über magische Kraftorte beschrieben: In der Nähe der Windener Bärenhöhle soll sich ein ungewöhnlich großer, gespaltener Stein befinden, dem manche Besucher eine besondere Atmosphäre oder sogar „Schwingungen“ zuschreiben.

Ob man daran glaubt, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen.

Wissenschaftlich belegt ist eine besondere „Energie“ des Ortes nicht.

Dass der Platz eine eigenartige Wirkung hat, können wir aber nachvollziehen.

Zwischen Wald, Felsen und dem schmalen Spalt sieht die Szenerie einfach ungewöhnlich aus. Vor allem dann, wenn kaum andere Menschen unterwegs sind.

Durch den Spalt – und plötzlich im Mittelalter?

Natürlich passiert nichts.

Zumindest ist bei unserem Besuch niemand im Jahr 1620 wieder herausgekommen.

Trotzdem gehört das Hindurchgehen fast dazu. Der Spalt zwischen den Felsen ist so schmal, dass sofort die Fantasie einsetzt.

Auf der einen Seite hinein.

Auf der anderen Seite hinaus.

Und für einen kurzen Moment stellt man sich tatsächlich vor, wie es wäre, wenn dahinter plötzlich eine völlig andere Welt warten würde.

Genau solche kleinen Geschichten machen einen unscheinbaren Platz interessant.

Man braucht keine Infotafel, die einem erklärt, was man fühlen soll.

Winden ist ohnehin ein guter Boden für Geschichten

Dass gerade hier solche Erzählungen entstehen, passt erstaunlich gut.

Die Landschaft rund um Winden und den Zeilerberg blickt auf eine lange geologische und menschliche Geschichte zurück. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich ausführlich mit den Gesteinen und der historischen Steingewinnung rund um Winden. Auch archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet bereits sehr früh besiedelt war.

Nur wenige Schritte beziehungsweise einen kurzen Abstecher entfernt wartet außerdem ein Ort, bei dem die Zeitreise plötzlich ganz real wird.

Gleich nebenan: Die Bärenhöhle

Die Bärenhöhle von Winden, auch Ludlloch genannt, liegt rund drei Kilometer nördlich des Ortes am Westhang des Zeilerberges.

Und hier wird es tatsächlich urzeitlich.

Bei Grabungen wurden Knochen von eiszeitlichen Höhlenbären, Hyänen und Wölfen entdeckt. Die Höhle steht seit 1929 unter Schutz. Das vollständige Skelett eines Höhlenbären aus den Funden befindet sich heute im Turmmuseum im benachbarten Breitenbrunn.

Damit bekommt die Geschichte vom geheimnisvollen Stein plötzlich einen spannenden Hintergrund.

Nicht wegen irgendwelcher übernatürlicher Kräfte.

Sondern weil man hier tatsächlich durch eine Landschaft geht, deren Geschichte weit zurückreicht.

Nicht mit einer klassischen Sehenswürdigkeit rechnen

Hier muss man allerdings etwas klarstellen:

Der magische Stein ist keine touristisch ausgebaute Sehenswürdigkeit.

Es gibt dort keine Kassa, keinen Souvenirshop und auch keinen großen Wegweiser mit der Aufschrift „Hier geht’s zum magischen Stein“.

Genau deshalb würden wir ihn auch nicht als Ziel für einen ganzen Tagesausflug verkaufen.

Als kleine Entdeckung bei einem Spaziergang rund um die Bärenhöhle sieht die Sache anders aus.

Dann macht die Suche sogar einen Teil des Reizes aus.

Pannonien-Tipp: Bärenhöhle und Stein verbinden

Wenn ihr in der Gegend seid, würden wir den Stein mit der Bärenhöhle kombinieren.

Die Höhlenlandschaft am Zeilerberg ist ohnehin einen kurzen Abstecher wert. Auch die nahe Grafenlucke besteht aus mehreren teilweise künstlich veränderten Halbhöhlen; der Bereich davor wird sogar als Picknickplatz genutzt.

Feste Schuhe sind dabei eine gute Idee. Nach Regen können Waldwege rutschig sein.

Und bitte: Natur Natur sein lassen.

Keine Steine herausbrechen, keine Zeichen einritzen und Schutzbereiche sowie Absperrungen bei den Höhlen respektieren.

Lohnt sich der magische Stein bei Winden?

Als alleinige Sehenswürdigkeit? Eher nicht.

Als kleine Entdeckung bei einem Ausflug rund um Winden und die Bärenhöhle?

Ja.

Gerade weil hier nicht alles beschildert, erklärt und touristisch inszeniert wurde, bleibt Platz für die eigene Fantasie.

Vielleicht ist es einfach nur ein großer, ungewöhnlich geformter Fels.

Vielleicht ist es für manche ein Kraftplatz.

Und vielleicht denkt man beim Durchschlüpfen durch den schmalen Spalt tatsächlich für zwei Sekunden:

Was wäre, wenn auf der anderen Seite plötzlich ein anderes Jahrhundert beginnt?

Wir haben es ausprobiert.

Zurückgekommen sind wir jedenfalls wieder.

Noch mehr ungewöhnliche Ziele rund um den See findest du bei unseren Herbst im Burgenland: 12 Ausflüge & ehrliche Tipps