Vom 16. bis 25. Oktober 2026 wird Raiding wieder zum Treffpunkt für Liszt-Fans. Diesmal gibt es allerdings einen zusätzlichen Anlass: Das Liszt Zentrum feiert sein 20-jähriges Bestehen. Zwei Festivalwochenenden bringen Orchesterkonzerte, Klavierabende und Kammermusik an den Geburtsort Franz Liszts.
Und wer ohnehin zu einem Konzert fährt, sollte diesmal etwas früher kommen.
Denn unmittelbar neben dem Konzerthaus liegen das Geburtshaus Franz Liszts und das neue Liszt Museum. Mit einer Konzertkarte kann das Museum vor der Veranstaltung kostenlos besucht werden.
Zum Auftakt: Liszt trifft Wagner
Los geht es am Freitag, 16. Oktober, um 18.30 Uhr mit dem Wiener KammerOrchester unter Martin Sieghart.
Das Programm trägt den Titel „Von Raiding nach Bayreuth – Liszt und Wagner“. Liszts sinfonische Dichtungen treffen auf Opernouvertüren von Richard Wagner. Damit spannt das Konzert den Bogen zwischen zwei Komponisten, deren Lebenswege und musikalische Welten eng miteinander verbunden waren.
Schon einen Tag später wird es deutlich pianistischer.
19 Ungarische Rhapsodien an einem Abend
Am 17. Oktober um 18.30 Uhr sitzt Martin Ivanov am Klavier.
Und er hat sich einiges vorgenommen:
alle 19 Ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt an einem Abend.
Das ist einer jener Programmpunkte, bei denen man auch als Nicht-Spezialist sofort versteht, warum Liszt bis heute als einer der großen Virtuosen der Klaviergeschichte gilt.

Violine und Klavier am Sonntagvormittag
Etwas ruhiger geht es am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr weiter.
Beim Grand Duo treffen Lidia Baich und Donka Angatscheva aufeinander. Violine und Klavier verbinden Werke von Schubert, Grieg, Chopin und Liszt.
Das ist für uns auch terminlich interessant:
Sonntagvormittag, Konzert und danach noch Mittagessen beziehungsweise ein kleiner Raiding-Ausflug.
So lässt sich der Konzertbesuch gut in einen halben Tag verwandeln.
Liszts Geburtstag wird mit Orchester gefeiert
Der zweite Festivalblock startet am Donnerstag, 22. Oktober um 18.30 Uhr.
Wieder steht das Wiener KammerOrchester auf der Bühne, diesmal gemeinsam mit der Pianistin Kateryna Titova und Martin Sieghart.
Der Termin fällt auf Franz Liszts Geburtstag. Auf dem Programm stehen ungarische Klangwelten und Liszts 2. Klavierkonzert.
Wagners „Ring“ – aber deutlich kleiner
Am 23. Oktober wird es ungewöhnlicher.
Das ensemble minui bringt gemeinsam mit Christina Scherrer Wagners „Ring“ in einer kammermusikalischen Fassung nach Raiding.
Für alle, denen ein kompletter Wagner-Abend ein wenig zu groß geraten wäre, ist das wahrscheinlich der deutlich kompaktere Zugang.
Paganini am Vormittag, Liszt am Abend
Der 24. Oktober bringt gleich zwei Konzerte.
Um 11 Uhr spielt das Paganini Ensemble Wien gemeinsam mit Mario Hossen. Dabei treffen die virtuosen Welten Niccolò Paganinis auf eine Bearbeitung von Liszts „Liebestraum“.
Um 18.30 Uhr folgt ein Klavierabend mit Sofya Gulyak. Das Programm reicht vom „Grand Galop Chromatique“ bis zum „Totentanz“.
Abschluss mit Faust
Zum Finale am Sonntag, 25. Oktober um 11 Uhr spielt das Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck.
Im Mittelpunkt stehen Liszts Orchesterwerke rund um den Faust-Mythos.
Damit endet das Jubiläumsfestival nach insgesamt acht Konzerten.
Das komplette Festivalprogramm
Freitag, 16. Oktober, 18.30 Uhr
Wiener KammerOrchester und Martin Sieghart
Samstag, 17. Oktober, 18.30 Uhr
Klavierabend mit Martin Ivanov
Sonntag, 18. Oktober, 11 Uhr
Grand Duo mit Lidia Baich und Donka Angatscheva
Donnerstag, 22. Oktober, 18.30 Uhr
Wiener KammerOrchester, Kateryna Titova und Martin Sieghart
Freitag, 23. Oktober, 18.30 Uhr
ensemble minui und Christina Scherrer
Samstag, 24. Oktober, 11 Uhr
Paganini Ensemble Wien und Mario Hossen
Samstag, 24. Oktober, 18.30 Uhr
Klavierabend mit Sofya Gulyak
Sonntag, 25. Oktober, 11 Uhr
Orchester Wiener Akademie und Martin Haselböck.
Schon vor dem Festival: Treffpunkt Liszt Salon
Wer schon früher im Oktober nach Raiding kommen möchte, kann die neue Museumsreihe „Treffpunkt Liszt Salon“ besuchen.
Am 10. Oktober um 18.30 Uhr stehen Herbert Lippert und Eduard Kutrowatz auf dem Programm. Kutrowatz bringt dabei den Liederzyklus „Herbstreise“ zur Uraufführung, Lippert verbindet Musik mit einer Ausstellung seiner Ölbilder.
Am 15. Oktober um 18.30 Uhr folgt ein Abend mit Boris Bloch und Nike Wagner, Urenkelin Richard Wagners und Ururenkelin Franz Liszts.
Ein weiterer Salon-Termin folgt am 7. November mit Kateryna Titova und Sven Friedrich.
Pannonien-Tipp: Nicht nur zum Konzert fahren
Wenn man schon nach Raiding fährt, würden wir diesmal nicht erst fünf Minuten vor Konzertbeginn eintreffen.
Das neue Liszt Museum liegt direkt beim Konzerthaus und erzählt Liszts Weg von seiner Kindheit in Raiding über Paris und Weimar bis zu späteren Lebensstationen in Rom und Bayreuth. Mit dem Konzertticket ist der Museumsbesuch vor der jeweiligen Veranstaltung kostenlos.
Unser Vorschlag:
Museum → kurzer Rundgang durch Raiding → Kaffee oder frühes Abendessen → Konzert.
Damit wird aus dem Konzertabend ein kleiner Kultur-Ausflug.
Unser Fazit
Zum 20-jährigen Jubiläum fährt das Liszt Festival 2026 kein Einheitsprogramm auf. Orchester, Klavier, Kammermusik und ungewöhnlichere Bearbeitungen wechseln sich ab.
Wer nur einen Termin wählen möchte, würde bei uns je nach Geschmack zwischen drei Abenden entscheiden:
Martin Ivanov mit allen 19 Ungarischen Rhapsodien, wenn das Klavier im Mittelpunkt stehen soll.
Liszt trifft Wagner, wenn es orchestral sein darf.
Oder das Grand Duo am Sonntagvormittag, wenn man Konzert und Tagesausflug verbinden möchte.
Für Raiding selbst ist das Jubiläum außerdem ein guter Anlass, Konzert und neues Liszt Museum endlich einmal gemeinsam zu besuchen.

