Helmut Weinberger und Babsi Weidhofer bewirteten seit 2010 die Gäste im Marina Mörbisch am Neusiedler See. Sechs Jahre lang gab es im Restaurant – gleich neben der Seebühne – feines Buffet zu Operettenklängen; Partys nach Schlagernächten. Damit ist nun Schluss. Dem Duo wurde im Mai 2015 von der Mörbischer TourismusbetriebsgesmbH der Pachtvertrag gekündigt, nachdem es bei der Pacht 2014 für die Betriebsanlagengenehmigung 5.000 Euro abgezogen hat.
Streit, Klagen und bisherige Rechtsanwaltskosten von 30.000 Euro waren die Folge. „2010 unterschrieben wir den Vertrag. Dafür bezahlten wir 60.000 Euro – inklusive Genehmigung der Betriebsanlage. Das stimmte aber nicht. Der Verpächter hatte nämlich gar keine. Hätten wir nicht im nachhinein die Bewilligung für zusätzliche 25.000 Euro eingeholt, wäre das Lokal schon damals geschlossen worden!“, klagt Helmut Weinberger. „Wahrscheinlich will Peter Mahr, der neue Geschäftsführer der Mörbischer TourismusgmbH, selber im Marina den Chef mimen.“
Die Übernahme des Inventars wurde von Mahr abgelehnt. „Das brauchen wir nicht“, hieß es. Tische, Lampen, Bars, Sonnenschirme, 350 Sesseln und was sonst noch alles den Wirtsleuten gehört, kommt daher bei einem Flohmarkt im Mai unter den Hammer.

Ein wenig wehmütig blickt Babsi Weidhofer zurück: „Es war trotzdem eine schöne Zeit. Aber leider wurde uns wenig Wertschätzung entgegengebracht. Von den vielen Sonderveranstaltungen der letzten Jahre sind auch nur zwei nennenswerte übrig geblieben – zwei Mal die Schlagernacht. Seit Mai 2015 sind zudem auch während der Wintersperre 6.000 Euro Benützungsgebühr vorgeschrieben. Bei Regenwetter ist das Lokal nicht zu betreiben. Rundherum steht dann knöcheltief das Wasser. Bauliche Maßnahmen wurden geringfügig getätigt, jedoch ohne Erfolg. Was soll man da noch verdienen?“
„Zudem haben wir die Investitionen des Vorgängers, der Brau Union, abgelöst und sind jetzt draufgekommen, daß die Bar sowie Tische und Sessel in „Piris Platzerl“ wir bezahlt haben. Die nötige Rechnung für die Miete des Inventars werden wir stellen!“
Auch mit der Strandbar direkt am Wasser hatten Weidhofer/Weinberger kein Glück. Im Herbst 2012 wurde ihnen das Lokal abgenommen. Der ehemalige Tourismuschef Peter Vargyas sowie Bürgermeister Jürgen Marx wollten dort einen Volleyballplatz errichten. Was daraus wurde? „die Dock M Bar“ – die gibts aber auch nicht mehr!
„Um den Standort wieder – aber diesmal rechtskonform – als Restaurationsbetrieb zu verpachten, muss die Mörbischer TourismusbetriebsgesmbH um die 700.000 Euro aufbringen“, meinen Babsi Weidhofer und Helmut Weinberger. Die beiden haben vorgesorgt. 2013 haben sie in Rust das „wiaz Haus Zum alten Stadttor“ übernommen. Die Gaststätte läuft gut. Da haben die Zwei gut lachen. Rust ist eben eine ganz andere Adresse.

