Wenn der Weinstock gelb wird, ist es zu spät

Alarm im Weingarten: Goldgelbe Vergilbung bedroht Südburgenlands Reben

Gaas, 21. Februar 2026.
170 Winzerinnen und Winzer, volle Reihen in der Dorfstube – und ein Thema, das niemand kaltlässt: die Goldgelbe Vergilbung der Rebe. Bei der Fachtagung „Klimafitter Weinbau“ der Weinidylle Südburgenland und der Wirtschaftsagentur Burgenland stand am Samstagvormittag ein Schaderreger im Zentrum, der Europas Weinbaugebiete seit Jahren in Atem hält.

Ein Virus, das nicht verzeiht

Die sogenannte Goldgelbe Vergilbung – international als Flavescence dorée bekannt – gilt in der EU als Quarantänekrankheit. Wer sie im Weingarten hat, muss handeln. Und zwar sofort.

Im Burgenland ist die Lage ernst: Der Überträger, die Amerikanische Rebzikade, wurde im Vorjahr in allen Bezirken nachgewiesen. Auch das Phytoplasma selbst konnte bereits in mehreren Bezirken labortechnisch bestätigt werden – von Jennersdorf bis Eisenstadt Umgebung.

Die bittere Wahrheit: Befallene Rebstöcke regenerieren sich praktisch nicht. Was krank ist, bleibt krank.

Roden statt Hoffen

Die Experten machten es deutlich: Kontrollieren, markieren, roden. Das ist die einzige Strategie, die wirkt.

Während der Vegetationsperiode müssen Weingärten regelmäßig überprüft werden. Verdächtige Stöcke sind sofort zu markieren, alle grünen Rebteile abzuschneiden und anschließend samt Wurzelstock zu entfernen. Meldepflicht besteht – auch für private Besitzer einer einfachen Weinlaube.

Nicht gepflegte Weingärten werden zum Problemfall. Sie dienen der Rebzikade als Rückzugsort. Das Burgenländische Weinbaugesetz sieht hier klare Vorgaben und auch Strafen vor.

Nur gemeinsam geht’s

In der abschließenden Diskussion waren sich Vertreter des Pflanzenschutzdienstes, steirische und burgenländische Winzer einig: Dieser Schaderreger lässt sich nur bekämpfen, wenn alle mitziehen.

Wer Unterstützung beim Roden oder bei Pflanzenschutzmaßnahmen braucht, kann sich an den Maschinen- und Betriebshilfering Burgenland-Süd wenden.

Die Botschaft aus Gaas ist klar: Wegschauen ist keine Option. Wer seinen Weingarten liebt, kontrolliert ihn – und handelt konsequent.

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