Der Oktober braucht keine Großveranstaltung, um ein guter Ausflugsmonat zu sein. Gerade jetzt funktionieren manche Ziele besser als im Hochsommer: weniger Hitze, buntes Laub, klare Luft und diese etwas ruhigere Stimmung, die zu Spaziergängen und kurzen Wanderungen passt.
Unsere drei Tipps liegen zur Abwechslung bewusst außerhalb des Burgenlands – aber nah genug für einen spontanen Tagesausflug.
1. Naturpark Hohe Wand: Aussicht, Tiere und genug Bewegung für einen halben Tag

Die Hohe Wand ist im Oktober für uns fast interessanter als im Sommer.
Der Naturpark liegt auf rund 1.000 Metern Seehöhe. Dazu kommen der Skywalk, Aussichtspunkte, ein Tiergehege, Streichelzoo, kurze Rundwege und genug Möglichkeiten, den Tag je nach Kondition flexibel zu gestalten.
Gerade für Familien ist das angenehm: Man muss nicht zuerst drei Stunden wandern, bevor etwas passiert.
Im Oktober ist der Naturpark täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Das Naturpark-Ticket kostet derzeit 5,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder von 3 bis 15 Jahren. Im Ticket enthalten sind unter anderem Skywalk, Tiergehegerunde, Streichelzoo, Aussichtsturm und weitere Erlebnisstationen. Wer ein Eintrittsticket hat, parkt kostenlos.
So würden wir den Ausflug machen

Zuerst zum Naturpark-Zentrum.
Dann die Tiergehegerunde beziehungsweise den Streichelzoo besuchen. Hier kann man den heimischen Wildtieren wirklich nahe kommen, auch durch die Futterstationen, wo man jederzeit die Möglichkeit hat selbstständig zu füttern. Wenn man möchte, kann man Rehe, Hirsche, Steinböcke uvm. auch aus sicherer Entfernung einfach nur betrachten. Beim Streichelzoo trifft man auf Lamas, Alpakas, Ponys, Esel, Ziegen, Schafe und Kaninchen.
Danach Richtung Skywalk und Aussicht.
Wer noch gehen möchte, hängt eine kleinere Runde an. Wer mit Kindern unterwegs ist oder einfach gemütlich bleiben will, braucht daraus keine große Bergtour zu machen.
Für wen passt die Hohe Wand?
Sehr gut für:
Familien, weil Tiere und kurze Wege Abwechslung bringen.
Paare, die Aussicht und Spaziergang kombinieren wollen.
Menschen, die keinen langen Bergaufstieg möchten, weil man mit dem Auto direkt aufs Plateau fahren kann.
Für ambitionierte Wanderer gibt es natürlich längere Möglichkeiten – aber genau die braucht man für diesen Oktober-Tipp nicht.
Unser Tipp
Nicht bei dichtem Nebel wegen des Skywalks hinauffahren.
Die Hohe Wand lebt auch von Wald und Tieren, aber bei klarer Sicht bekommt man deutlich mehr vom Ausflug.
Wer ohne Auto kommen möchte: Am 3. und 17. Oktober 2026 gibt es noch Shuttle-Verbindungen ab Winzendorf hinauf in den Naturpark.
Zeitbedarf: etwa 3 bis 5 Stunden.
2. Schlosspark Pottendorf: Genau richtig für einen Herbstspaziergang

Pottendorf ist das Gegenteil der Hohen Wand.
Keine große Aussicht.
Kein Tierpark.
Keine lange Wanderung.
Dafür ein alter Schlosspark, Wasser, mächtige Bäume und mittendrin eine Schlossruine.
Gerade im Herbst funktioniert dieser Ort besonders gut.
Das Laub, die alten Baumriesen und die Ruine ergeben eine Stimmung, die im Hochsommer fast weniger stark wirkt.
Unser älterer Pannonien Magazin-Beitrag beschreibt den Park bereits als Mischung aus Landschaftsgarten, Wald und verwunschen wirkender Schlosskulisse.
So würden wir den Ausflug machen
Keine große Planung.
Auto abstellen.
Langsam durch den Park gehen.
Nicht nur direkt zum Schloss laufen, Foto machen und wieder zurück.
Gerade die Wege, alten Bäume und Blickachsen rundherum machen den Spaziergang aus.
Die Schlossruine selbst liegt auf einer Insel und ist normalerweise nicht frei zugänglich. Es gibt einzelne Führungen auf die Schlossinsel, aber für unseren Tipp ist das gar nicht entscheidend. Der Park funktioniert auch ohne Veranstaltung.
Für wen passt Pottendorf?
Für alle, die sagen:
„Wir wollen raus, aber heute keine Wanderung.“
Gut für Paare, Familien mit kleineren Kindern, Fotografen und auch für ältere Besucher.
Unser Tipp
Im Oktober eher später am Vormittag oder am frühen Nachmittag gehen.
Wenn das Licht tiefer steht, bekommt die Schlossruine deutlich mehr Atmosphäre.
Zeitbedarf: etwa 1 bis 2 Stunden.
Für einen ganzen Tagesausflug wäre uns Pottendorf allein zu wenig. Als entspannter Herbstspaziergang dagegen passt es sehr gut.
3. Bromberger Hexenweg: Im Oktober fast ein bisschen zu passend

Der Bromberger Hexenweg ist kein Halloween-Erlebnispark.
Und genau deshalb gefällt er uns.
Der Weg erzählt von der tatsächlichen Geschichte der Hexenverfolgung und besonders vom Schicksal der Kräuterfrau Afra Schickh, die 1671 in Wiener Neustadt als Hexe verbrannt wurde. Entlang des Weges stehen sieben Informationstafeln; dazu kommen Bewegungsstationen und ein Audioguide für Kinder.
Der Weg ist leicht, knapp 2,5 bis 3 Kilometer lang und laut offizieller Tourenbeschreibung in rund 45 Minuten zu schaffen. Wir würden trotzdem mehr Zeit einplanen, wenn man die Tafeln tatsächlich lesen und nicht einfach nur durchgehen möchte.
Warum gerade im Oktober?
Weil die Atmosphäre passt.
Wald.
Laub.
Feuchte Luft.
Vielleicht ein wenig Nebel.
Und dazu eine Geschichte, die ohnehin düster genug ist.
Man braucht keine Plastikspinnen und keine künstlichen Schockeffekte.
Mit Kindern?
Ja.
Der Weg ist familienfreundlich und sogar für Geländekinderwagen geeignet. Durch Audioguide und Bewegungsstationen wird die Geschichte für Kinder etwas zugänglicher.
Trotzdem geht es um ein reales historisches Thema.
Bei kleineren Kindern würde ich deshalb selbst entscheiden, wie viel man von Afra Schickhs Schicksal erzählt.
Nicht vergessen: Hexenbrünnl
Wer schon da ist, sollte auch das Hexenbrünnl hinter der Bergkirche mitnehmen. Das gehört für uns zum Ausflug dazu.
Wir haben den Hexenweg bereits ausführlich hier im Pannonien Magazin beschrieben.
Zeitbedarf: etwa 1 bis 1,5 Stunden mit Tafeln und Zusatzstopp.
Welchen der drei Ausflüge würden wir wann wählen?
Sonne und gute Fernsicht: Hohe Wand.
Ein ruhiger Spaziergang ohne große Anstrengung: Schlosspark Pottendorf.
Nebliger, grauer Herbsttag: Bromberger Hexenweg.
Damit haben die drei Tipps auch wirklich unterschiedliche Aufgaben.
Nicht drei ähnliche Wanderungen, sondern:
Aussicht und Tiere.
Schlosspark und Herbststimmung.
Geschichte und ein ungewöhnlicher Spazierweg.

