Heuriger mit bester Aussicht auf müde Palatschinken

In bester Lage von Eisenstadt, gleich hinter der Bergkirche in einer wildromantischen Gartenlaube da gibt es den Heurigen F.X. Lehner zu entdecken – allerdings wenn etwas nach außen hin auch noch so toll aussieht, muss nicht immer auch alles so super sein.

Die Aussicht von da oben ist natürlich gigantisch, und sicher ist der Heurige Lehner wenn nicht der beste Platz zum essen in ganz Eisenstadt. Auch die Terrasse umgeben von Weinlaub, Rosensträuchern und Pfirsichbäumen ist natürlich ein Traum – vor allem bei diesen angenehmen Herbstemperaturen. Umso mehr schade ist dann aber auch die Enttäuschung beim Essen.

Das Haussulz in Essig und Öl mit roten Zwiebeln, nach alter Familientradition versteht sich, entpuppt sich als glibbriger Fleischklops am Stück in Guglhupfform, der hausgemachte Topfenaufstrich ist eine hellrosa Creme mit groben Topfenstückchen und relativ geschmacklos. Das wird noch unterstrichen durch das zu harte dunkle Brot als Unterlage des Aufstrichs.

Am meißten enttäuscht waren wir jedoch von den Topfenpalatschinken mit Hollerröster. Diese waren schwammig und genauso geschmacklos wie der Topfenaufstrich und schmeckten wie eingeschlafene Füße. Das Beerenkompott nach Holunderart dazu konnte das aufgewärmte Dessert dann leider auch nicht mehr retten.

Generell ist das Angebot der Speisen wirklich vielseitig und auch originell. Es gibt z.B. wahre Raritäten auf der Karte wie z.B. Butterbrot mit Honig oder Salamibrot oder Paradeiserbrot – sieht man auch selten. Genauso wie die Speisekarte in englischer Sprache, auch toll. Und gerade wenn dann die Ansätze gut sind und die Ideen da sind, dann sollte das doch wenigstens gut gemacht sein. Denn bei allzu‘ fadem Essen hilft die tolle Aussicht dann auch nicht mehr.

Und noch ein Tipp: Ein extra Plätzchen zum Sitzen am Weingarten ist ja gut und schön, doch bitte ohne Selbstbedienung, denn dieser Service muss bei einem burgenländischen Heurigen einfach drin sein, wir sind schließlich nicht in Gumpoldskirchen.