Kulturzentrum Sopron zeigt Mihály Munkácsy

Das Kulturzentrum in Sopron zeigt noch bis 10. Februar 2014 eine Sonderausstellung mit Werken von Mihály Munkácsy, dem ungarischen Maler des Realismus, der im 19. Jahrhundert europaweite Bekanntheit genoss, unter anderem auch für seine Freskenmalerei. Bei der kommenden Ausstellung in Sopron werden insgesamt 37 Werke zu sehen sein, die von einer Privatsammlung von Emerich Pákh stammen. Die gleiche Ausstellung gab es bereits 2009 in Győr zu sehen. Um so erfreulicher, wenn nun 5 Jahre später die Sammlung zum Anschauen in greifbare Nähe rückt.

Munkácsy schuf zahlreiche kleinformatige Landschaftsbilder im Stile der Landschaftsmalerei einer französischen Künstlerkolonie, Schule von Barbizon, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand und die unter anderem den damals entstehenden Impressionismus maßgeblich beeinflusste. Seine Landschaftsbilder ebenso wie seine Genreszenen, Stillleben und Porträts (wie zum Beispiel von Franz Liszt) sowie die pathetischen Historienbilder und religiösen Darstellungen zeichnen sich durch eine sichere und schwungvolle Pinselführung sowie warme und leuchtende Farben aus.

Die frühen Werke hingegen waren sozial engagiert und den ungarischen Freiheitskämpfen gewidmet. Durch die Übersiedlung nach Paris befasste er sich vorwiegend mit der Salonkunst. Erst in seinen späten Jahren widmete er sich wieder verstärkt seinem sozialpolitischen Engagement. Sein Wirken beeinflusste wesentlich die ungarische Malerei. Viele seiner Werke befinden sich heute in der ungarischen Nationalgalerie in Budapest, in der Neuen Pinakothek München (Besuch bei einer Wöchnerin) aber auch in weiteren Museen Europas und den USA. Auch ein Deckengemälde des Kunsthistorischen Museums in Wien stammt von ihm.

In der Ausstellung in Sopron werden unter anderem Werke gezeigt wie Der gähnende Lehrling (ung. Ásító inas). Die Ballade, welches vom Format her das grösste Gemälde darstellt (Rahmengröße 185 x 156,5 cm).

Kurzbiografie:

Der Künstler, der mit gebürtigem Name Michael von Lieb hieß, wurde am 20. Februar 1844 in Munkács geboren, und stammte eigentlich aus einer bayrischen Familie, die bereits 200 Jahre in Ungarn ansässig war. Aus Liebe zu seinem Geburtsort nahm er 1863 den Namen Munkácsy an – heute liegt die Stadt Munkács in der Ukraine.

Zunächst begann er seine Ausbildung mit einer Schreinerlehre, ab 1863 studierte er dann an der Kunstakademie in Budapest und 1864 an der Wiener Kunstakademie. Von 1866 bis 1868 setzte er seine Studien in München fort, wo er auch Wilhelm Leibl (bedeutender Vertreter des Realismus in Deutschland) kennenlernte. 1868 bis 1870 studierte er bei Ludwig Knaus (deutscher Genremaler und Porträtist, damalige Grösse in der Werbebranche) an der Kunstakademie Düsseldorf.

Dort entstand auch sein erstes großes Werk Der letzte Tag eines Verurteilten. Von 1872 bis 1896 lebte er in Paris, wo er regelmäßig zu den Ausstellenden des Pariser Salons gehörte. 1874 heiratete er die vermögende Baronin de Marches, die ihm fortan ein wohlhabendes Leben ermöglichte. Mihaly Munkács verstarb am 1. Mai 1900 geisteskrank in der Heilanstalt Endenich.

Mihaly Munkácsy – Sonderausstellung in Sopron

Dauer der Ausstellung: noch bis 10. Februar 2014

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr (Kassaschluss 17 Uhr)

Tickets:
Schüler (bis 25 Jahre) 900,- HUF (3,- Euro)
Erwachsene: 1800,- HUF ( 6,- Euro)
Familie ( 3-5 Personen) 3600,- HUF  (12,- Euro )
unter 6 Jahre, Eintritt frei

Kontakt:
Liszt Ferenc Konferenz- und Kulturzentrum Sopron
9400 Sopron, Liszt Ferenc utca 1
Tel: +36 99 517-500
E-Mail: konferencia@prokultura.hu

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