Soproner Bauern erfanden den Blaufränkischen

Warum heißt der berühmteste “burgenländische” Rotwein Blaufränkischer? Und was haben die Franzosen damit zu tun, und erst recht die Ungarn. Ja, und dann gibt es da noch ein wunderschönes Weinbaugebiet rund um Sopron und Köszeg.

Die Gegend entlang der Soproner Weinstrasse ist bekannt als eines der ältesten Weinanbaugebiete des Landes. Sein Ursprung liegt bereits in der Zeit der Kelten (300 Jahre vor Christus). In den Weingärten werden heute noch überwiegend blaue Trauben angebaut, die letztendlich 80 {b0bbd86789de453432054ae892e9a044ba6f319f644659b13657b08df26e24af} der Weinproduktion ausmachen. Etwa 3/4 der Rotweine bestehen aus dem sog. Kékfrankos, wie der Blaufränkische auf ungarisch heißt. Ein rubinroter, an Gerbsäure reicher Wein mit einer angenehmen, arttypischen Würze.

Doch woher kommt der Name “Blaufränkischer”?

Da Sopron über die Sonderrechte einer freien königlichen Stadt verfügte, genoss sie zahlreiche, mit dem Wein und Weinbau in Verbindung stehende Privilegien. Selbst die Soldaten der napoleonischen Besatzungstruppen haben den Wein aus Sopron gerne getrunken.

Überlieferungen zufolge wird seither der Rotwein dieser Gegend Kékfrankos (Blaufränkischer) genannt. Die französischen Soldaten haben nämlich den Wein mit Francs bezahlt. Der Franc hatte eine blaue Farbe und war seinerzeit wertvoller als andere Zahlungsmittel. Aus diesem Grund haben die schlauen Weinbauern von Sopron zu den Soldaten immer nur ein Wort auf ungarisch gesagt:”Kékfrankot”, was soviel heißt wie “blauer Franc bitte!”

Inzwischen sind jedoch auch der als König der Rotweine geltende Cabernet Sauvignon, der an Duft-und Würzstoffen reiche, tiefrot schimmernde Merlot sowie der aus Österreich stammende Zweigelt hier beheimatet. Eine gute Ergänzung ist die Sorte Pinot Noir. Die führenden Traubensorten für den Weißwein sind Grüner Veltliner, Traminer und Sauvignon Blanc.

Es geht aber noch weiter mit den heiteren ungarischen Wein-und Winzergschichtl. Die Soproner Weinbauern nannte man auch “Poncichter”. Diese Bezeichnung wurde aus dem Wort “Bohnenzüchter” abgeleitet. Denn die ungarischen Winzer haben früher tatsächlich zwischen den Rebstöcken Bohnen angebaut, damit der Boden, den man sowieso hacken musste, nicht ungenutzt blieb.

Die schlauen ungarischen Weinbauern haben nicht nur ihren besonderen Wein, sondern auch eine besonders reizvolle kontrastreiche Landschaft dazu:

Die Weinstrasse von Köszeg – Vashegy

Die Weinstraße beginnt bei Köszeg, knapp 50 km südlich von Sopron und etwa auf der Höhe von Lockenhaus, an der burgenländischen Grenze. Die Altstadt von Köszeg ist übrigens eine der schönsten des Landes und die Köszeger Berge eignen sich wunderbar zum Wandern. Die ganze Umgebung dort wird von der Heiterkeit der alten Buschenschänken geprägt. Da können Weinliebhaber dann die purpurroten vollmundigen Rotweine verkosten. Die berühmten Weinkellerzeilen in dem kleinen Ort Cák bieten ein Bild von der volkstümlichen Architektur der vergangenen Jahrhunderte. Hier kommt man an einer Weinprobe nicht vorbei, außerdem besteht die Möglichkeit Speck zu braten und Maroni zu rösten.

Im malerischen Dorf Velem wird einem zum Wein das regional typische “Hackermenü” angeboten. Die Endstation der Weinstraße befindet sich in Vashegy, auch besser bekannt als Eisenberg, wo auch die Felsöcsatarer und Vaskereszteser Weinberge liegen. Kommt uns das nicht sehr vertraut vor? Eisenberg und Csaterberg im Südburgenland, bekannte Namen für den besten Wein und für die schönste Gegend, vor allem jetzt im kommenden Herbst. Und da schließt sich wieder einmal der Kreis, in diesem Fall vereint der Wein Ungarn und das Burgenland über die Grenzen hinweg.

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Wolfgang

Kann mich den Vorrednern nur anschließen; allerdings sind die Zusatztaferln an den Ortstafeln Ödenburg, Kroisbach) etc wohl eher ein schlechter Scherz und erinnert ein wenig an Haiders gleichartige Idee in Kärnten. Meines Erachtens nach nicht europarechtskonform. Aber immerhin besser als die Slowenen, die leugnen bis heute die Greuel an der deutschsprachigen Bevölkerung.

J.Gossy

Selbst wenn die Geschichte zur Herkunft des Namens “Blaufränkisch” nicht stimmt, finde ich sie zumindest als gut erfunden. Mich wundert es nicht, daß diese Geschichte Reaktionen auslöst, zumal Sie die Akteure Privilegierten ungarischer Zunge zuschreiben, obwohl ja bekannt ist, daß selbst während der Volksabstimmung 1921 noch 56 % der Bevölkerung deutsch war. Warum also der Umweg über die ungarische Bezeichnung? Die Unsicherheit könnte aber rasch geklärt werden, wenn Sie bekanntgeben, woher Ihre Information stammt und welche Unterlagen Ihrem Informanten zur Verfügung stehen. Ihr Artikel hat aber auf jeden Fall etwas Gutes: Historiker werden sich jetzt sicher bemühen herauszufinden, wo und… Read more »

Helmut aus Puchenau

Danke für Ihre stets gut gemachten informativen Mitteilungen! Bei dieser Mitteilung nur eine leichte Kritik an den Informationen über den “Blaufränkischen”: Ist es “politisch korrekt” und muß man dem Zeitgeist so weit folgen, die damals mehrheitlich deutsch-ungarische Bevölkerung von Ödenburg als Ungarn zu bezeichnen? In den Schulen des heutigen Östereich lernt man darüber nichts. Aber: Müssen wir als mündige Bürger auch dieser Kulturlosigkeit folgen? Die Ungarn selbst sind hier kulturbewußter als wir. Sie haben im Raum Ödenburg/Sopron der Wahrheit durch zweisprachige Ortstafeln Rechnung getragen, obwohl die Zahl der Deutschstämmigen heute nur noch einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung ausmacht. (Eine frühere gezielte Magyarisierung und dann… Read more »

Norbert Prohaska

Das was Sie da über den Blaufränkischen schwafeln, ist Geschichtsklitterung ärgster Sorte. Als die Franzosen in “Sopron” waren, jhieß dieses Ödenburg, was auch heute noch der deutsche Name für diese als “Saubrunn” (althochdeutsch) gegründete Hauptstadt von “Deutschwestungarn” war wie man bis 1919 sagte. Die fast ausschließlich deutsche Bevölkerung war die Ursache dafür, daß es zu Österreich kam, nur die gefälschte Volksabstimmung in Ödenburg und Umgebung von Dezember 1921 entriß dem Land seinen natürliche Mittelpunkt. Ödenburg und seine Umgebung war seit der ausgehenden Völkerwanderung – noch vor der Landnahme der Magyaren und ihrer Stämme – deutsch besiedelt, es wurde dort auch… Read more »