Erster Flirt mit der St. Martins Therme

Erster Eindruck bei unserem Abendaufenthalt in der brandneu(est)en Thermenlandschaft der Region ist puristisch aber auch sozusagen zurück zur Natur, was hier sicherlich auch gewollt ist. Alles wirkt hochwertig, sowohl von den Materialien, als auch von der Technik her. Was uns gleich positiv auffiel, ist, daß man bei seinem Thermenaufenthalt kein Bargeld benötigt, denn gleich beim Eingang  bekommt man ein Chip fürs Handgelenk auf den alles, was z.B. im Restaurant verzehrt wird, aufgebucht und am Ende an der Kassa bezahlt werden kann. Der Chip schließt witzigerweise auch den Spind, den man zugewiesen bekommt.

Charakteristisch für die Martinstherme ist das Naturdesign. Alles ist in warmen Farben gehalten, mit schilfartigen Pflanzen und praktischerweise kleinen Holz-Umkleidekabinen hier und da, die an die hübschen Schilfhütten am See erinnern. Viel Licht durch viel Glas. Und alles Praktische fügt sich aber auch designvoll in das Gesamtbild des Innenbereichs ein, damit unser mittlerweile sehr beliebtes, weil auch für die Region passendes am-See-Gefühl entsteht, doch diesmal – und das ist neu – in eine Thermalbad verpackt.

Was von außen riesig aussieht, ja schon fast wie ein kleines Fussballstadion, gestaltet sich im Inneren eher kompakt. Alles konzentriert sich in eine Richtung, nämlich in Richtung Landschaft,  und damit sind vor allem auch die vielen Liegen gemeint, was ein wenig den Eindruck einer Arena vermittelt. Der Blick geht damit auch Richtung Innenbecken, welches bogenförmig an der Glasfront entlangläuft, und dann in zwei verschiedenen Übergängen in den Außenbereich übergeht. Allerdings hat das Außenbecken schon mehr zu bieten, sowohl von der Größe her, als auch von den Sprudelelementen, die im gesamten Badebereich intervallweise immer wieder aktiv werden.

Besonders gefallen hat uns übrigens das kleine Solebecken, welches ebenfalls außerhalb, direkt neben dem großen Schwimmbecken liegt, welches jedoch nicht mit Meersalz sondern mit gewöhnlichem Salz angereichert wird. Beide Badebereiche und auch das Solebecken haben wohlig warme 35 ° C. In einem kleinen Nebenraum gibt es noch ein sog. Aktivbecken mit “nur” 32 ° C, wo zu bestimmten Zeiten Wassergymnastik angeboten wird. Der Kinderbereich ist durch eine Glaswand komplett abgetrennt und bietet eine Rutsche sowie verschiedene Wasserspiele für die Kids.

Ohne Musik wirkt es langweilig

Im gesamten Badebereich, sowohl innen als auch außen gibt es immer wieder Lichtspiele, entweder im Wasser in den Sprudelelementen oder auch an die hohe Innendecke des Bades projiziert. Diese Art Farbtherapie ist ganz nett, im Gegensatz zu den riesigen Projektionen der Sehenswürdigkeiten der Umgebung, wie die Basilika in Frauenkirchen oder Schlösser und Burgen im Burgenland, welche ab und zu auch an der Decke zu sehen sind. Allerdings sind diese ziemlich irritierend und dann passen sie einfach nicht richtig dahin. Was wir gänzlich vermisst haben, ist eine leise Hintergrundmusik, die den Thermalbereich sicher etwas auflockern würde. Es wirkt sonst alles ein wenig fad und langweilig, doch wie wir gehört haben wird daran gearbeitet.

Vom Thermenbereich kommt man auch in die abgetrennte Saunalandschaft und in den wiederum abgetrennten Bereich, der nur für Lodgegäste, sprich der nur den Hotelgästen vorbehalten ist mit eigenem farbenfrohen Badebereich. Vorsicht ist allerdings beim Saunaeingang geboten, denn um dort hinein zu kommen muss man wieder den Chip am Handgelenk vorweisen, und damit wird dann automatisch die separate Saunagebühr aufgebucht.

Das Publikum in der St. Martins Therme und Lodge ist sehr gemischt, es fällt auf, daß auch viele junge Gäste sich in der Therme aufhalten, aber auch Übernachtungsgäste der Lodge sind, welche übrigens sehr ansprechend ist, ganz nebenbei bemerkt. Die Herkunft der Gäste beschränkt sich sehr auf Wien, Wiener Umgebung, Bezirk Bruck an der Leitha und Bezirk Neusiedl. Allerdings gibt es kaum Gäste vom Raum Eisenstadt oder Mattersburg und die Gäste aus unseren Nachbarländern wie  Slowakei oder Ungarn bleiben völlig aus. Sehr naheliegende Vermutung: denen ist die Therme und Lodge ganz einfach zu teuer, auch von der Verpflegung her: Melange 3,00 € , Weißer Spritzer 2,30 €, Standard-Cocktails je 8,40 € und statt Sacher Würstel, so angeboten auf der Karte in der Darwin’s Bar in der Lodge ,bekommt man normale Frankfurter Würstchen serviert.


Fazit: Sehr schöne Therme, in der man auch sicher gut entspannen kann, vor allem ist auch die Lage ein Hit, mitten in der Wildnis des Seewinkels. Hier und da muss aber noch gefeilt werden, damit das Preis-, Leistungsverhältnis auch passt.

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Herbert

Ich finde die Preise im SB-Restaurant ein wenig gesalzen – so wie das Solebecken.

Galina

Die Anordnung der Liegestühle in der Therme schaut aus wie Hunderte von Sardinen, die darauf warten endlich ins Freie zu gelangen. Oder wie bei einem Konzert, vorne der Bademeister als DJ und die Gäste gucken alle in seine Richtung. Nur spielen tuts halt nix…

Theresa

Die Therme hat uns am Abend besonders gut gefallen. Das sind weniger Leute da und man kann bequem im Wasserbecken herumschwimmen. Ausserdem liegt man nicht wie in Lignano fast auf dem Nachbarn drauf,.