Rosina und der Traum von Amerika

Zum 100. Geburtstag des Burgenlandes gibt’s den Roman »Rosina« von Ulrike Winkler-Hermaden. Im Mittelpunkt steht Rosina und der Traum vom Glück in Amerika. Wird es ihr jemals gelingen New York zu sehen? Auf 129 Seiten Taschenbuch lesen Sie die berührende Geschichte einer südburgenländischen Familie. Der Bogen spannt sich von dem Zeitpunkt als das Burgenland gerade zu Österreich kommt bis in die 1980er Jahre. Im Sommer ist übrigens eine Buchpräsentation in Strem geplant, an der auch Ex-Rapid Profi Kurt Garger teilnehmen wird.

1960er: Große Aufregung herrscht im Dorf. Ein Cadillac ist gerade vorgefahren. Franz, der kleine Bruder von Rosina, steigt aus. Mit dabei seine amerikanische Frau Mary Ann – elegant gekleidet. Franz redet mit amerikanischem Akzent. Er arbeitet als Fleischer in New York. Verdient gutes Geld. Wie so viele andere Burgenländer bleibt er drüben in New York (Anm.: Heute leben etwa 160.000 Burgenländer oder deren direkte Nachfahren in der “Neuen Welt”: 80.000 in den USA, 12.000 in Kanada, der Rest in Argentinien und Brasilien).

Schon als junges Mädchen hört Rosinas Mutter Maria die Leute im Dorf immer wieder von Amerika reden. Seit ihrer Hochzeit mit Ignaz, träumt sie vom Auswandern; vom großen Ozeandampfer, der sie nach Amerika bringt. Ignaz (Rosinas Vater) versucht 7 Jahre lang in New York ein neues Zuhause aufzubauen. Die Familie soll nachkommen, wenn alles geregelt ist. Doch statt Geld für die Überfahrt, kommen lediglich zwei Briefe und ein Paket mit Mantel und Strümpfen im Burgenland an. Nach sieben Jahren steht der Vater plötzlich wieder in der Tür des kleinen Bauernhauses.

Im Gegensatz zu ihrer Mutter will Rosina nie von ihrem Hof weg, liebt ihr Daheim im Südburgenland. Noch während des Zweiten Weltkrieges heiratet sie ihren Schulkameraden Josl. Aus der Ehe entstehen drei Kinder – Grete, Walter und Paul. Paul, 1959 geboren, widmet sich ganz dem Fußball. Später wird er sehr erfolgreich in Wien und Salzburg spielen.

Pannonien TiVi Kritik: Die Geschichte beginnt mit der Geburt von Rosinas Mutter Maria im Jahre 1904 und endet mit der Fußball-Karriere von Kurt Garger. 80 Seiten lang dreht sich alles um Amerika, ums Auswandern. Erzählt wird das Schicksal der Großeltern, der Eltern und der Geschwister. Manchmal springt die Autorin auch ins Heute zurück – erinnert sich an die Häuser, an die Menschen, an die Bäume im Dorf. Der Rest ist Paul.

Man muss sich schon konzentrieren, um die Namen der handelnden Personen richtig zuzuordnen. Sonst verliert man schnell den Faden. Zur Hilfe gibt es den Stammbaum der Familie ganz hinten im Buch.
Fazit: Lesenswerter Heimat-Roman für alle, die verstehen möchten, was so viele Burgenländer nach Amerika zog.

Autorin: Ulrike Winkler-Hermaden (geboren 1955 als Ulrike Garger in Güssing). Ulrike lebt derzeit im niederösterreichischen Weinviertel. Sie sagt über das Buch: Ich habe in dem Roman die Lebensgeschichte meiner Tante Rosa Garger (Mutter des Fußballers Kurt Garger) verpackt. Verlag: Edition Winkler-Hermaden. Preis: 18 Euro
www.edition.wh.at
(Fotos: Privat)

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