Was vom Eder übrigblieb

Seit letzten Sonntag ist es also in Eisenstadt soweit, das ehemalige „Wirtshaus zum Eder“ hat endlich wieder geöffnet. Es hat aber nicht nur einen neuen Namen erhalten, es nennt sich jetzt „Stadtrestaurant“, sondern auch ein ganz neues Design und wird unter neuer Art der Küche geführt.
Seit 2004 stand das Gebäude, indem sich Eisenstadt’s beliebtestes Gasthaus befand, leer und so einige Stimmen behaupten, daß nicht zuletzt „weil der Eder zugsperrt hat“, der Hauptplatz in der Fussgängerzone des öfteren eher dem Mittelpunkt einer Geisterstadt gleicht.

Dies könnte jetzt anders werden, zumindest am Hauptplatz. Schon jetzt sieht die Fußgängerzone irgendwie verändert aus; größer und auch ansprechender. Das liegt vor allem daran, daß man wegen des Gott sei Dank doch noch schönen Altweibersommers draußen sitzen kann, und zwar an ungewohnter Stelle, da ja dort wo jetzt was ist, 6 Jahre lang nix war. Und der Außenbereich des neuen Stadtrestaurants schaut ja auch wirklich ganz passabel aus und läd direkt dazu ein, sich in die schönen Korbsessel zu setzen und sich in die Decken zu kuscheln.

Der Familienbetrieb hat augenscheinlich ganz schön die Ärmel hochgekrempelt, um den „alten Eder“ wieder ins Laufen zu kriegen. Eigentlich sind sie ja sozusagen nur von schräg gegenüber umgezogen, denn neben dem leider mittlerweile auch ehemaligen Schuhhaus Fleck hatten die Gastronomen vorher als „Pizzeria Ella Italia“ ihre Zelte aufgeschlagen.

Mit Pizza und Pasta und ein paar Fleischgerichten als Hauptspeise geht es jetzt auch im neuen Domizil weiter. Allerdings wird damit so manches Herz eines eingefleischten Eisenstädters, das kurzzeitig höher geschlagen hat, nun wieder einen Gang runterschalten, wenn es nicht vor Schock gleich ganz stehen bleibt. Erinnert man sich in Eisenstadt doch noch all‘ zu gut an die leckere gut bürgerliche Eder-Küche. Und wünscht man sich in der Landeshauptstadt nicht endlich mal ein einfaches Gulasch oder Würstel mit Saft oder, man traut es sich ja gar nicht mehr auszusprechen, Bohnenstrudel!

Pizzerien, Kebab-Stände und Co. hat Eisenstadt doch eigentlich schon längst satt!

Aber gut, erstens ist es bemerkenswert, daß sich endlich mal jemand traut, das traditionsreiche Haus und das noch dazu auf der Eisenstädter Hauptstraße, was ja kein leichtes Unterfangen ist, wieder zu beleben. Und zweitens, das Ergebnis des Umbaus ist wirklich schön geworden. Also, geben wir dem Stadtrestaurant eine Chance!

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