Autobahn am Neusiedlersee

s31Der Gedanke ist sicher reizvoll von Wien direkt an den Neusiedlersee oder noch weiter sogar irgendwann mal nach Bratislava in einem durchzufahren und nicht wie bisher in Eisenstadt runter zu müssen von der Schnellstraße, der S31 , die dann dort auch endet.Man müsste dann nicht erst durch die ganzen “Käffer” durchtuckern oder noch schlimmer ewig hinter einer schier endlos erscheinenden Kolonne hinterherschleichen.

Der Weiterbau der S31 – ein großes und auch hitziges Thema, vor allem für die Gemeinde Schützen, die am ärgsten betroffen ist. Ein Thema also, daß sich nun doch schon einige Zeit hinzieht mit zahlreichen Infoveranstaltungen gemeinsam mit der Asfinag und den vielen Demoplakaten vor allem für eine nun doch schon lange ersehnte Umfahrung der Gemeinde Schützen, die mit dem Weiterbau der Schnellstraße einhergeht. Und zwischendurch sah es dann wirklich auch schon so aus, als ob man kurz vor dem 1.Spatenstich gestanden hätte….

Wenn es da dann nicht doch so einige Verzögerungen und damit Überlegungen gegeben hätte, allen voran die der Bürgerinitiative Schützen. Diese Institution stellt in erster Linie einmal neutrale Analysen an mit ganz einfachen Pro-und Kontrapunkten für oder gegen den Straßenbau. Doch seit neuestem gibt es auch eine volkswirtschaftliche Studie u.a. in Verbindung mit heftigen Kritiken des Rechnungshofes über den Bau von Umfahrungsstraßen. Und diese Hinterfragung , ob der Weiterbau der Schnellstraße 31 nun wirtschaftlich vertretbar ist oder nicht, ist ja vor allem in den heutigen Zeiten nicht so ganz unwichtig.
Das Ergebnis: Der Ausbau scheint nicht realisierungswürdig.

Ein Riesenbatzen Kontrapunkt ist sicherlich die bescheidene Summe von 53 Mio €, die das Projekt letztendlich kosten würde und das negative Kosten-Nutzen-Verhältnis welches dabei rausgekommen ist.

Der bedeutendste Punkt aber ist vor allem für uns als Ferienmagazin ein ganz entscheidender, der uns auch schon sehr lange in unserem pannonisch verwöhnten Magen liegt: durch den Ausbau der Schnellstraße wird die Region auf die wir so stolz sind im Burgenland, nämlich die Region Neusiedler See stückweise zerstört, der charmante Puszta- Charakter dieser Urlaubsregion wird verändert und zwar unwiederbringlich und zum Negativen. Im Detail bedeutet das:  Zerstörung von 60 Hektar Natur-und Kulturlandschaft, zusätzliche Lärm-und Umweltbelastung in einer Tourismusregion, Verschandelung des einfach traumhaften Landschaftsbildes und Zerstörung des Lebensraumes von unzähligen Lebewesen.

Auch die vielen kleinen Gemeinden, durch die der Tourismusverkehr bisher durchführte bekommen viel weniger Zulauf. Sicher, es ist viel Verkehr auf dem Weg von Eisenstadt zum Neusiedler See, aber wir sind nun einmal hier in einer Ferienregion. Was sollen da die vielen kleinen Gemeinden am Balaton sagen ? Die sagen, super, da machen wir was, wir nutzen die Straße für unser Geschäft und gestalten diese entsprechend, so daß die Feriengäste und auch die Anwohner Lust haben stehen zu bleiben und einzukehren oder einzukaufen.

Statt jahrelang Geld auszugeben für die Planung dieses kritischen Straßenprojekts, hätte man schon längst solche “Durchfahrtsstraßenbelebungsmaßnahmen” ins Auge fassen können.
Aber uns fragt ja keiner… 🙁

Subscribe
Notify of
guest
1 Comment
Neueste
Älteste Meist gevotet
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anschauen.
Dora Peter

Sehr geehrte Damen und Herren!
Eine Autobahn nach Bratislava gibt es schon, und auch fast bis zum Neusiedlersee – nämlich die A4.
Als “Wahl-Illmitzerin” – sonst Wienerin – war schon immer mein Traum eine Brücke (oder ein Tunnel) von Illmitz nach Mörbisch.
Zu den Seefestspielen kann ich ja mit der Fähre fahren, aber Illmitz – St. Margarethen ist eine Weltreise, und in Luftlinie doch so nah!
Mit freundlichen Grüßen
Dora Peter