Das Burgenland ist anders

ESCVor allem wenn das Wetter so gar nicht passt, dann ist es ruhig in den Gassen von Eisenstadt –  überhaupt rund um den Neusiedler See. Selbst die Storchen-Fotografen, die sonst massenweise jedes Nest in Rust ablichten, lassen an verregneten Tagen ihre Canons, Nikons, Fujis in den Taschen. Der Sommer lässt auf sich warten. So ein Sauwetter wie am vergangenen Pfingstwochenende hasst der Tourismus. Noch mehr hasst er die Aussage eines italienischen Fans beim „ESC“: „In Österreich regnet es fast immer.“ Wumm. Das sitzt! Stimmt aber so gar nicht. Im Burgenland verwöhnt uns die Sonne. Trotzdem, die Betten in den Hotels bleiben leer.

Die Nächtigungszahlen im ersten Quartal 2015 sind schlecht. Minus 6,3 Prozent im April; Minus 3 Prozent von Jänner bis April 2015  – also um 19.200 Nächtigungen weniger als im Vorjahr. Muss man sich um den Fremdenverkehr im Burgenland sorgen?

Ja, wenn man sich anschaut, welches Programm Tourismuslandesrätin Michaela Resetar in den letzten Monaten heruntergespult hat – wie die Nähmaschine in einer thailändischen Kleiderfabrik: Eine Partynacht im Zeichen der Verkehrssicherheit; Radfahren erfreut sich bei den Urlaubern immer größerer Beliebtheit; die Welt der Religionen trifft sich im Kindergarten. Da muss man sich fragen, ob die Landesrätin für den Tourismus überhaupt noch Zeit hat.

Ja, denn die bezahlte Fernsehwerbung beim Eurovision Song Contest kann nie und nimmer eine positive, nachhaltige Wirkung auf den Burgenland Tourismus haben. Eigentlich erschreckend abschreckend was da gezeigt wurde. Als der Blaudruck aus Steinberg über den Bildschirm flimmerte, dachte ich noch: „Gut, das ist burgenländisches Kunsthandwerk und der „Koo Joseph“ ist auch ein ganz Lieber“. Etwas später tauchten dann die langweiligen Stand-Paddler in der Ruster Bucht auf  der Mattscheibe auf. Vorbei war es mit der Euphorie. Allemal besser wären die Surfer beim Podersdorfer Leuchtturm gewesen  – das ist einmalig in Österreich.

Der belgische Sänger Loïc Nottet musste gar vor dem Kulturzentrum Eisenstadt posieren, weil es der Burgenland Tourismus (Niessl, Resetar, Baier) so wollte. Man will ja zeigen, wie modern das Burgenland ist! Auweia.

Leute vergesst schnell die Fernsehbilder vom 60. Eurovision Song Contest am vergangenen Samstag. Vergesst auch die kommenden Wettervorhersagen. Das Burgenland ist anders!

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