Ein beliebter, geistloser Slogan der touristischen Propagandaindustrie lautet: „Mit allen Sinnen genießen“. Natur, Wein, usw. Auch Eisenstadt nutzt diesen Werbetext. Allerdings mit einem dicken Klotz am Bein. Manch‘ einer wird sich noch gerne an den Fitnessparcours oberhalb der Gloriette erinnern. Dieser wurde vor einigen Jahren in einen „Sinnespark“ umgestaltet. So weit, so gut. Nur, wie die Stadt die Anlage verkommen ließ, schreit zum Himmel. Schon allein der Eintritt in den „Park der Sinne“ lässt Schlimmes erahnen. Die erste Station: Barfüßig über Moos laufen, Gräser unter den Fußsohlen spüren. So steht’s an der Tafel. Fehlgeschlagen. Kieselsteine, Schotter, morsche Baumstämme. Hier mit bloßen Sohlen darüber zu laufen, wünsche ich keinem Leser. Die weiteren Stationen erübrigen sich.
Wer schon einmal den „Park mit allen Sinnen“ in Gutach im Schwarzwald besucht hat, wird verstehen, was die Stadtgemeinde Eisenstadt da liegen lässt. Das Wegnetz beträgt dort 2,1 km. Die abwechslungsreichen Untergründe laden zu herrlichen Fußmassagen ein. Sogar Regenschirme können ausgeliehen werden. Der Park ist sehr gepflegt und wunderschön angelegt. Die Ausblicke sind absolut herrlich und laden zum Picknicken ein. Unterwegs findet man Fühlstationen und Duftpavillons, die zum Entspannen und Ausruhen einladen“.
Warum bringt man so etwas in Eisenstadt nicht auf die Reihe? Eine weitere mögliche Touristenattraktion wird einfach zunichte gemacht. Apropos: Die „Ungestaltung“ des Parks hat die EU mitfinanziert. Wie viel Geld da vertilgt wurde, wollen wir erst gar nicht wissen!

