Strohdächer, Lehmwände, alte Bauernhäuser und Geräte, bei denen man erst einmal überlegen muss, wofür sie überhaupt gebraucht wurden: Das DAZUMAL Freilichtmuseum zeigt, wie das Leben im Südburgenland aussah, bevor Wellnesshotels und Thermen den Ort prägten. Und das Überraschende: Der Eintritt kostet gerade einmal zwei Euro.
Bad Tatzmannsdorf verbinden die meisten mit Therme, Kur und Bademantel.
Nur wenige Minuten davon entfernt sieht es plötzlich ganz anders aus.
Im DAZUMAL Freilichtmuseum stehen 21 historische Gebäude aus dem südburgenländischen Raum. Bauernhäuser, Speicher, Kellerstöckl, Schmiede und Wirtschaftsgebäude zeigen das bäuerliche Leben vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Viele Räume sind original eingerichtet.

Für uns ist das genau die richtige Größe für einen Thermenort:
interessant genug für einen Besuch – aber kein Museum, in dem man einen halben Urlaubstag verbringen muss.
Angefangen hat alles mit einem Kitting
Das Museum wurde 1972 eröffnet. Den Anfang machte ein sogenannter Kitting aus Oberwart, später kamen Gebäude unter anderem aus Deutsch Schützen, Zuberbach und Rauchwart dazu.
Und falls jetzt die Frage kommt:
Was bitte ist ein Kitting?
Ein Kitting ist ein traditioneller Speicherbau. Ein Holzgerüst wurde mit Lehm ausgefüllt beziehungsweise „gekittet“. Das sorgte für eine gute Isolierung. Typisch war außerdem das Strohdach.
Genau solche Details machen für uns das Museum interessanter als einfach nur „alte Häuser anschauen“.
21 Gebäude – und keines steht zufällig hier
Zum Ensemble gehören unter anderem Bauernhäuser, Schmiede, Radbrunnen, Glockenturm, Schweinestall, Taubenschlag, Heustadel, Kellerstöckl und eine Tschardake, in der früher beispielsweise Mais getrocknet wurde.
Auch Hausrat, landwirtschaftliche Geräte, Geschirr und Textilien gehören zur Ausstellung.
Dabei sollte man die Vergangenheit nicht romantisieren.
Das sieht hübsch aus.
Das Leben darin war aber wesentlich härter als unser heutiger Wochenendausflug durchs Museum.
Gerade dieser Gegensatz macht den Rundgang spannend.
Der Eintritt kostet tatsächlich nur 2 Euro
Das DAZUMAL ist ganzjährig zugänglich. Ohne Führung kann man jederzeit durch ein Drehkreuz auf das Gelände. Der Eintritt kostet aktuell 2 Euro pro Person.
Wichtig:
Münzen mitnehmen
Das Drehkreuz funktioniert laut Betreiber nur mit Münzen.
Das ist genau die Art Information, die man besser weiß, bevor man davorsteht.
Also zwei Euro einstecken.
Führung oder alleine?
Alleine reicht für einen gemütlichen Rundgang durchaus.
Wer allerdings wissen möchte, was Begriffe wie Kitting, Darre oder Radbrunnen bedeuten und wie tatsächlich in diesen Häusern gelebt wurde, bekommt bei einer Führung wesentlich mehr mit.
Aktuell finden im August und September 2026 jeden Donnerstag um 15.30 Uhr Führungen statt. Sie dauern ungefähr 90 Minuten und kosten inklusive Eintritt 6 Euro pro Person.
Für Gruppen können außerdem individuelle Führungen vereinbart werden.
Die konkreten Donnerstagstermine sind saisonal – diesen Absatz sollten wir nach September wieder aktualisieren.
🧭 Pannonien Tipp: Nach dem Museum nicht gleich weiterfahren
Direkt daneben liegt der DAZUMAL Arkadenheuriger.
Damit ergibt sich fast automatisch eine ziemlich gute Kombination:
Museum anschauen → hinsetzen → Jause oder warmes Essen → ein Glas Wein.
Der Arkadenheuriger ist aktuell Montag bis Freitag ab 16 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag ab 11 Uhr; die Küche läuft bis 21 Uhr.
Öffnungszeiten der Gastronomie würden wir trotzdem vor einem gezielten Besuch noch einmal kontrollieren.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Ohne Führung würden wir ungefähr 45 bis 60 Minuten rechnen.
Mit Führung rund eineinhalb Stunden.
Wer anschließend beim Arkadenheurigen bleibt, kann daraus problemlos einen halben Nachmittag machen.
Und genau deshalb passt das Museum so gut zu Bad Tatzmannsdorf.
Es muss nicht der Hauptgrund für die Anreise sein.
Aber wenn man schon hier ist, sollte man hineinschauen.
Perfekte Kombination mit der Therme
Unser Tagesplan wäre:
vormittags Kurpark und DAZUMAL,
danach Mittagessen,
anschließend mehrere Stunden AVITA Therme.
So sieht man tatsächlich etwas von Bad Tatzmannsdorf und verbringt nicht den gesamten Tag zwischen Garderobe und Thermalbecken.
Mehr zu Therme, Kurpark und Ausflügen findet ihr in unserem neuen Bad-Tatzmannsdorf-Reiseführer.
Lohnt sich das DAZUMAL?
Ja. Bei zwei Euro Eintritt eigentlich ohne große Diskussion.
Man darf allerdings kein riesiges Museumsdorf erwarten.
Das DAZUMAL ist überschaubar.
Und gerade das gefällt uns.
Die alten Gebäude vermitteln einen schnellen, anschaulichen Eindruck davon, wie im Südburgenland früher gewohnt und gearbeitet wurde. Die heute so romantisch wirkenden Kellerstöckl, Strohdächer und Bauernhäuser bekommen dadurch plötzlich einen ganz anderen Zusammenhang.:
🧭 Pannonien Tipp
Nicht nur durchlaufen. In die Gebäude schauen und auf die kleinen Dinge achten.
Dann werden aus ein paar alten Häusern ziemlich schnell Geschichten.
Häufige Fragen
Was kostet das Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf?
Aktuell 2 Euro ohne Führung. Der Zugang erfolgt jederzeit über ein Drehkreuz. Dafür werden Münzen benötigt.
Wann ist das DAZUMAL geöffnet?
Das Museumsgelände ist ganzjährig zugänglich
Wie viele Gebäude gibt es?
Das Freilichtmuseum umfasst 21 historische Gebäude aus dem späten 18. bis frühen 20. Jahrhundert.
Gibt es Führungen?
Ja. Im August und September 2026 finden aktuell donnerstags um 15.30 Uhr Führungen statt. Dauer rund 90 Minuten, Preis 6 Euro inklusive Eintritt.
Wo liegt das Museum?
Josef-Hölzel-Allee 1, 7431 Bad Tatzmannsdorf.


