Im Zentrum der Vampire

Durch “Interview mit einem Vampir” wurde der klassische Vampirfilm wiederbelebt. Nicht zuletzt zeigen neuere Film-Produktionen wie “Twilight”, “True Blood” oder die US-Serie “Vampire Diaries”, die es jeweils auch in Buchform gibt, wie populär Vampir-Geschichten immer noch sind. Im Gegenteil, es hat sich ein regelrechter Kult um die modernen Untoten entwickelt, die als charismatische Jungdarsteller auf der Leinwand erscheinen. Auch wenn heute Knoblauch rein gar nichts mehr hilft, Särge out sind und Sonnenlicht den verwegenen Langzähnen höchstens ein müdes “Glitzern” abverlangt.

Doch genug mit Hollywood-Vampiren, jetzt ist die Zeit der echten Halloween-Kreaturen. Endlich gilt es, den alten verstaubten Vampirumhang aus der Truhe vom Dachboden zu holen und sich selbst in die schaurig-schöne Rolle einer unheimlichen Kreatur der Nacht zu verwandeln. Oder besser noch, sich an die Originalschauplätze der schrecklichsten Gräueltaten zu begeben. Entdecken Sie die Top-Destinationen:

Schloss Bran in Siebenbürgen – das Draculaschloss

Was gibt es Schaurigeres als an die Quelle der Vampirgeschichten zu reisen, zu Vlad Tepeş, dem legendären Herrscher der Walachei – jetzt Teil von Rumänien. Tepeş steckte mit Vorliebe die türkischen Soldaten, die gegen ihn gesandt wurden, auf meterlange Spieße:“…und langsam dringt der Pfahl durch den Körper, sucht den tödlichen Weg.” Sein blutrünstiger Ruf inspirierte den irischen Schriftsteller Bram Stoker ihn als Vorbild für Graf Dracula zu verwenden. Schloss Bran beherbergt heute ein Museum für Königin Marie von Rumänien. Das Schloss mit seinen Klippen ist wie geschaffen für einen Film wie “Tanz der Vampire”. Unheimlich – aber noch viel gruseliger ist die…

Oraver Burg – Oravský Podzámok

… Oravaer Burg und Nosferatu
Sie zählt zu den schönsten und wichtigsten Denkmälern der Burgarchitektur in der Slowakei. Die Burg des Vampir-Grafen Orlokt türmt sich auf einem 112 m hohen Felsen über dem Fluß Orava auf. Sie befindet sich in der Gemeinde Oravský Podzámok.  Friedrich Wilhelm Murnau drehte hier 1921 den ersten klassische Dracula-Film:”Nosferatu – eine Symphonie des Grauens”.

Es folgten weitere Dreharbeiten für Märchen-Filme. Auch dem Schriftsteller Franz Kafka diente die Burg als Vorlage für seinen Roman “das Schloss.” Das ist zwar schaurig, aber viel viel gruseliger ist die…

READ  Halloween nicht immer harmlos

…Burg von Čachtice: Die blutige Gräfin und ihre Opfer

Die Burg von Čachtice befindet sich in der Nähe der Stadt Nové Mesto nad Váhom, 112 km nordöstlich von Bratislava. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg trug sich 400 Jahre später auf unheimliche Art in die Geschichtsbücher ein. Die Gräfin Elisabeth Báthory soll hier hunderte junge Mädchen ermordet und in deren Blut gebadet haben, um ihre Jugend und Schönheit zu erhalten. Im Jahre 1611 wurde die Gräfin schließlich festgenommen und angeblich in das Innere der Burg eingemauert – direkt in ihrem Schlafzimmer.

Die Prozessunterlagen schildern, dass Báthory viele Mädchen auf ihre Burgen gelockt hat, darunter auch die Burg Nádasdy in Sárvár, um sie dort auf vielfache Weise nackt zu Tode zu foltern. Die Gräfin und ihre Dienerinnen praktizierten grausame Foltermethoden: Fesselung, Schläge und Auspeitschung bis zum Tode, Schnitte mit der Schere, Stiche mit Nadeln, Verbrennungen mit heißem Eisen und Wasser, Übergießen mit Wasser im Frost, brennendes Ölpapier zwischen den Zehen. Eine Zeugin berichtet über die Existenz eines Tagebuches der Báthory, in dem die Tötungen von 650 Mädchen beschrieben seien. Dieses Buch ist bis dato unpubliziert. Das ist gruselig, aber noch viel viel gruseliger ist…

…Kutná Hora – Kunst mit den Toten

Kutná Hora, zu deutsch Kuttenberg in Tschechien, 70 km östlich von Prag, ist vor allem durch den Silberbergbau bekannt. Doch da gibt es noch was anderes, ziemlich makaberes was den tschechischen Ort bekannt gemacht hat, und zwar das nahegelegene Kloster im Stadtteil Sedlec mit seinem Beinhaus, ein Gotteshaus vollgestopft mit den Gebeinen von 40.000 Leichen.

Es ist eine letzte Ruhestätte der ganz besonderen Art: Die  Gebeine wurden nämlich zu wahren Kunstwerken verarbeitet. So gibt es Kronleuchter, Wandschmuck, Monstranzen, Abendmahlskelche, bestehend aus sämtlichen kleinen und großen Knochensorten des Menschen, inklusive Totenköpfen.

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Man muß nicht bis nach Siebenbürgen reisen, um eine Sightseeing Tour auf den Spuren von Vampiren zu unternehmen: schon seit 2003 findet jede Woche in Wien die Stadtführung “Geister, Gespenster und Vampire – gruseliges Wien” statt, bei der man unter anderem erfährt, warum der erste Vampir ein Wiener gewesen sein soll und wer die echte Vorlage für den Vampirjäger “Van Helsing” gewesen ist. Nähere Informationen zur Führung: http://www.gespenster.at!