Suche Fussballklubs, biete Rasen

Die schönste Nebensache der Welt ist Fussball. Für den Burgenlandtourismus rückt das runde Leder nun aber in den Mittelpunkt seiner Werbestrategien. Die seit 1997 bestehende Partnerschaft mit dem ÖFB wird mit einem Werbewert von über 30 Millionen Euro beziffert – 2011 sollen es beachtliche 6,44 Millionen Euro gewesen sein. Nun wurde der Vertrag bis 2016 verlängert, also bis zur nächsten Europameisterschaft in Frankreich. Neben dem Werbewert sollen sich die Camps auch auf den guten Ruf des Burgenlandes auswirken.

„Für so manche, auch kleinere burgenländische Betriebe haben sich Fußballtrainingslager als wichtige, verlässliche Nächtigungsbringer etabliert. Mehr als 30.000 Nächtigungen im Jahr werden damit erzielt. Es zeigt sich, dass sich die Investitionen in die Trainingsinfrastruktur des Landes auch für die Tourismuswirtschaft gelohnt haben. Darüber hinaus bedeutet die Anwesenheit prominenter Fußballklubs auch beste Imagewerbung für das Land“, meint Landesrätin Resetar, Präsidentin von Burgenland Tourismus.

Schon Harald Reisner versuchte sein schmuckes Stadion inklusive saftigem Spielfeld, im sonst so verschlafenen Ritzing, mit Trainigsspielchen gegen prominente Klubs wie FC Arsenal und Lazio Rom an den Mann zu bringen. Die Anlage, mit allem „Pipapo“ ausgestattet, hätte zu einem Magnet für internationale Trainingscamps werden können! Dort fehlen jedoch die notwendigen 5 Sterne Hotels in der Umgebung, die verwöhnte Stars nun mal einfordern. Nicht so im Südburgenland. Spätestens seit sich das kroatische Nationalteam in Bad Tatzmannsdorf auf die EURO 2008 vorbereitete, kamen Funktionäre und Politiker auf  den Geschmack das Burgenland als „Fussball-Trainingsland“ zu vermarkten. Deshalb wurde vor Monaten eigens die Internetseite „Best of Football“ ins Spiel gebracht. „Fußballtrainingscamps sind ein Wachstumssegment, das wir nicht vernachlässigen dürfen. Wir wollen uns international als erstklassige Trainingsdestination positionieren“, sagt Landeshauptmann Hans Niessl.

David Alaba, Christian Fuchs, Mark Janko, Paul Scharner

Das milde Klima, die schöne Landschaft und die ausgezeichnete Trainingsinfrastruktur sollen den Ball ins Rollen bringen. Schalke 04, Newcastle und klarerweise das ÖFB-Team zählen bereits zu den Stammgästen auf südburgenländischen Rasen. Weitere sollen folgen. Für ein intensives Aufbautraining stehen nach der Saison jedoch nur wenige Wochen zur Verfügung – Juni, wenns gut hergeht auch noch Juli. In der deutschen Bundesliga endet das Spieljahr 2011/2012 am 5.Mai. Dann geht’s zur EURO 2012 in Polen. In England steht am 13. Mai das letzte Spiel in der Premiere League an. Den Fussballstars sei danach die unentbehrliche Pause gegönnt. Und im August rollt bereits die nächste Meisterschaft. Folglich bleibt nur ein kleines Zeitfenster übrig, um Spitzenvereine ins Burgenland zu lotsen. Kunstvoll getretene Bälle von Christian Fuchs, David Alaba und Co. wird man daher nur im Frühsommer bestaunen können, denn im Winter zieht es die Klubs wie die Schwalben in den Süden. Türkei und Spanien sind angesagt. Das bevorzugen auch die heimischen Vereine wie der SV Mattersburg!

Der maximale Werbewert klebt also auf den Trikots der Nationalspieler. Die müssen nicht nur klasse kicken, sondern auch mediengerecht über die TV-Schirme flimmern um das Image des Burgenlandtourismus zu polieren!

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