Tipps zum Wandern mit Kindern

WandernIndian Summer in Österreich? Gut, eigentlich gehört der Begriff in die Nationalparks der USA. Doch auch hierzulande färben sich die Wälder wunderbar herbstlich und leuchten in den schillerndsten Farben. Von der besonderen Stimmung ganz zu schweigen. Dieses Naturschauspiel möchte man doch am liebsten mit dem Partner, mit den Kindern oder mit der ganzen Familie erleben. Pannonien.TiVi gibt Ihnen passend zum Herbst Tipps für Ausflüge und Wanderungen mit Kindern. Dabei gibt es so tolle Orte zu entdecken wie die “Lange Lacke”, das Rosalien- oder Leithagebirge, den Geschriebenstein oder das wunderbare Südburgenland.

Bevor das Abenteuer Wandern mit Kindern überhaupt losgehen kann, gilt es vor allem für die Eltern einmal die erste Hürde zu überwinden: die lieben Kleinen vom Sofa wegkriegen und in die WIFI-freie Wildnis verfrachten. Mit den folgenden Tipps und Tricks tauschen Sie digital-ferngesteuerte, viereckige Augen gegen weit aufgerissene mit Wanderer-Weitblick.

Gemeinsam planen

Die Kinder gleich einmal und von Anfang an in die Planung eines Outdoor-Abenteuers einzubeziehen, kann wirklich ungemein ihr Interesse wecken. Einfach mal verschiedene Routen auf einer Karte oder auf dem Computer vorschlagen und von den Kids eine aussuchen lassen. Während der Wanderung übernehmen dann die angehenden Pfadfinder das Kommando, in dem sie die Karte oder das GPS-Gerät übernehmen und den Weg eine Zeit lang weisen. Anschließend überprüfen Sie die Route zusammen, um zu zeigen, wie viel sie bisher geschafft haben – und natürlich ziemlich stolz auf das zurückgelegte sind.

Kleine Schritte machen

Klein anfangen ist der Schlüssel. Das schlimmste, was man wohl machen kann ist, daß man den Kindern zu viel zumutet. Vor allem bei den ersten Wanderungen sollte man unbedingt Maß und Ziel halten. Weniger ist mehr und die Kinder sollten nicht müde oder aufgebracht ankommen. Die jungen Entdecker nehmen sehr viele Eindrücke mit, dementsprechend wichtig ist es, daß die frühen Abenteuer mit positiven Erinnerungen enden. So ist schon eine Fortsetzung vorprogrammiert. Beginnen Sie mit kürzeren Spaziergängen und bauen diese dann zu kleinen Touren aus. Wenn man sich daran orientiert unter 10 km zu bleiben für Kinder unter 10 Jahre, so ist das eine gute Faustregel.

Eine gute Vorbereitung schafft schon die halbe Wanderung

Um ein in Kinderaugen mittleres Desaster zu verhindern, sollte man unbedingt vermeiden die Kids hungrig oder frierend durch die Gegend rennen zu lassen. Achten Sie darauf, genügend warme und wasserdichte Kleidung einzupacken (Schichten sind dabei immer am besten), und nehmen Sie viel Essen mit, um sie “bei Laune” zu halten. Gesunde Snacks wie Früchte und Nüsse sind ideal. Süße Leckereien wie Gummibärchen und Schokolade sollten aber auch nicht fehlen und zum richtigen Zeitpunkt als Belohnung warten – zum Beispiel bei einem größeren Aufstieg, wenn man es auf einen kleinen Gipfel geschafft hat.

Den eigenen Rucksack packen

Spannend für die kleinen Wanderer ist auch, wenn man sie dazu bringen kann, ihren eigenen kleinen Rucksack zu packen mit einer Mischung aus wichtiger Ausrüstung und Entdecker-Extras: eine Lupe für die Inspektion von Insekten, Taschenlampe für Höhlen, hohle Bäume und auch für Notfälle, Fernglas für Wildtiere und natürlich eine Kamera, um Aufnahmen von den Erwachsenen zu machen, wenn sie aus Versehen in einem Ameisenhügel landen.

Interesse wecken und interessant machen

Der Erfolg einer jeder Wanderung mit Kindern hängt davon ab, wie interessant ihn die Eltern gestalten. Sie kennen Ihre eigenen Kinder am besten, warum also nicht die Wanderung auf ihre Vorlieben und Interessen abstimmen? Wenn sie Tiere mögen, wählen Sie einen Pfad, wo Sie auf ein Wildgehege treffen; wenn die Fantasie groß ist, dann machen Sie sich auf die Suche nach verwunschenen Häusern und kreieren märchenhafte Wesen in Wiesen, Wäldern und Unterholz.

Besonders Routen, wo es ein wenig über Stock und Stein geht oder wo man einen Bach oder kleinen Flußlauf überqueren muß, sind schon richtig abenteuerlich. Dafür sind die Durchwanderungen von Schluchten toll geeignet. Allerdings ist das schon was für ältere Kinder. Genauso wie Nachtwanderungen, wo man nach nachtaktiven Tieren mittels einer Stirnlampe Ausschau hält. Ein Vollmondspaziergang ist auch immer faszinierend für die Kids. Mal abgesehen von der Idee draußen im Zelt zu schlafen mit Lagerfeuer & Co., das ist dann noch mal ein ganz anderes Abenteuer. Diese Touren gibt es auch oft schon organisiert angeboten, wo dann andere auch mitgehen können. Zum Beispiel in der Broschüre Naturparkerlebnisse, da kann man sich nette Tipps für Ausflüge und geführte Touren in den 6 Naturparks im Burgenland holen.

Mythen, Legenden und Geschichten

Gerade im Burgenland gibt es viele Schlösser, Burgen, Ruinen, Klöster, Keltengräber und sonstige Bauwerke aus längst vergangenen Zeiten. Sie alle haben ihre eigene Geschichte zu erzählen, und fast immer gibt es Legenden oder sogar fesselnde Gruselgeschichten. Nicht nur die geschichtsträchtigen Bauten kann man in seine Wanderung einbauen, sondern auch die spannenden Geschichten dazu. Wenn man diese drauf hat, dann kann man seinen Kindern nicht nur ein wenig Wissen vermitteln sondern kann die Wanderung auch gleich ein wenig interessanter gestalten, die Fantasie beflügeln und neugierig machen…

Der Weg ist das Ziel

Halten Sie sich immer wieder vor Augen, daß das wichtigste bei der gemeinsamen Unternehmung in die Natur der Spaß ist. Die Kinder sollen Freude haben draussen zu sein. Auch wenn manche Pläne nicht eingehalten werden können, die an eine bestimmte Zeit geknüpft sind. Sollte man einen Rastplatz zu spät verlassen haben, und ein anderes Ziel dann nicht “in time” erreichen, ändern Sie den Plan. Die Kids wollen vielleicht Bäume raufklettern, Versteck spielen, Steine übers Wasser springen lassen, in Herbstblättern herumtollen, Waldschätze suchen ​oder Walderdbeeren auf dem Weg sammeln – und so soll es auch sein. Es ist alles Teil des Erlebnis “Freiheit im Freien”.

Auf der Zielgerade…

Stellen Sie sicher, daß das Ziel der Wanderung bei den Kids einen echten Anklang findet. Es könnte bei einer Burg sein, einem Abenteuerspielplatz oder einem Wildgehege. Oder das ZIel ist quasi  die Belohnung zum Beispiel ein Eis – es sollte aber auf jeden Fall etwas sein, auf was sich die Kinder freuen. Halten Sie die Ziele erreichbar, aber haben Sie keine Angst davor, daß die Ziele auch mal etwas höher gesteckt sein können – Kinder möchten stolz darauf sein zum Beispiel zu Fuß zum höchsten Punkt in der Umgebung zu gehen. Natürlich wiederum nur, wenn es die Kondition erlaubt.

Quelle: Lonely Planet

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