Eurovegas wird Las Vegas von Europa

Die Kugel rollt, der Euro rollt, der Vegasexpress ist nicht mehr zu stoppen. “EuroVegas” heißt die gigantische Spielermetropole, die direkt an der österreichischen Grenze zwischen den ungarischen Gemeinden Bezenye und Heygeshalom entsteht. Wie aus dem Bürgermeisteramt von Heygeshalom in einem Telefonat mit P.tivi bestätigt wird, sollen die Bauarbeiten Mitte Juli beginnen. Auf über 335 ha werden unter anderem ein Hotel mit 632 Zimmern, Restaurants, umfangreiche Wellness Angebote, ein 5.000 m² großes Veranstaltungszentrum, Einkaufsmöglichkeiten sowie Spielcasinos errichtet. Sagenhafte 5 Milliarden Euro investiert man in das Mega-Entertainment-Ressort Eurovegas.

Initiatoren sind unter anderem die heimische Asamer-Gruppe, der auf weltweite Casinoprojekte spezialisierte Berater Larry Lewin, sowie die Hard-Rock-Gruppe, die auf ihrer Homepage bereits die geplante Eröffnung mit 2012 angibt. “Der Standort in Ungarn, im Dreiländereck zu Österreich und der Slowakei, ist geradezu perfekt und eine hervorragende Gelegenheit, die weitere Expansion der Marke Hard Rock in Europa voranzutreiben,” meint Jim Allen, Präsident von Seminole Hard Rock Entertainment.
“Eurovegas verspricht, das Las Vegas von Europa zu werden. Genau in der Mitte Zentraleuropas. Durch die 3 Airports Bratislava, Wien und Budapest ist es ein Leichtes hier herzukommen. Der Shuttle-Service lässt Sie am Flughafen sicher nicht lange im Regen stehen…”

Auch mit den notwenigen Lizenzen dürfte alles im Reinen sein. Folglich steht EuroVegas eine unbegrenzte Anzahl von Automaten zu. Im Endausbau will die Gruppe 200 Spieltische für Roulette oder Blackjack sowie 3.000 Automaten betreiben.

Das neue Zockerparadies wird die heimischen Spielbanken gehörig durchmischen. Weil der Europäische Gerichtshof das Monopol in Österreich kippte und alle heimischen Lizenzen europaweit ausgeschrieben werden müssen, peilt auch die Novomatic Group of Companies für 2012 ein Casino im Wiener Prater an – da passt EuroVegas so ganz und gar nicht in den Kram. Rien ne va plus, oder doch?

Während man sich rund um die Orte Bezenye und Heygeshalom schon die Hände reibt, vornehmlich wegen der in Aussicht gestellten Jobs –  mehr als 10.000, mit Option auf weitere 7.700 sollen es sein – kommt auf der österreichischen Seite wenig Freude auf. Kritik hagelt es dabei besonders von Umweltschutzorganisationen und dem Amt der Burgenländischen Landesregierung. Das Vorhaben widerspricht allen Versuchen einen sanften Tourismus in dieser Region zu etablieren. Im nahegelegenen Hanság brütet zudem die seltene Großtrappe. Eine weltweit gefährdete Vogelart, die sehr störungsempfindlich ist. Mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung versuchte man EuroVegas auf den Leib zu rücken. Ohne Erfolg. Die österreichischen Umweltbehörden haben vor kurzem das Projekt genehmigt, teilte der Gemeinderat in Bezenye der Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság letzten Freitag mit.
Kanns auch etwas kleiner sein? Damit wäre man in der burgenländischen Landesregierung schon zufrieden.

 

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