So trinkt die Queen ihren Tee

Wie trinkt „Queen Elisabeth“ ihren Tee und vor allem welche Sorte? Einer der es genau wissen muss, ist der Butler der königlichen Familie, Grant Herold. Er verrät uns das Geheimnis der königlichen Teezeremonie!

Die Queen gießt immer zuerst den Tee und danach erst die Milch in die Tasse. Das liegt vor allem an dem feinen „Bone China“ Porzellan, daß keine Knackgeräusche verursacht wenn der heiße und kochende Tee in die Tasse gegossen wird. Diejenigen, die sich kein „Bone China“ leisten können, gießen jedoch weiterhin zuerst Milch in ihre Teetasse, damit die Tasse ja nicht zerspringt.

In Bezug auf den Lieblingstee der Königin erklärt Grant: „Ich bin sicher, dass die Königin Assam oder ihren Earl Grey auf traditionelle Weise liebt. Er wird mit Teeblättern in einer Teekanne hergestellt und in eine feine Teetasse aus Porzellan gegossen. Zum abgießen wird ebenfalls ein Sieb verwendet. „Es ist ein Mythos, dass Mitglieder des Königshauses beim Trinken ihren kleinen Finger benutzen. Ich habe das noch nie gesehen,“ sagt der Butler.

Grant enthüllt auch die Schritte zur Zubereitung einer königlichen Tasse Tee: „Gießen Sie den Tee aus einer Teekanne in die Tasse, geben Sie Milch nach dem Tee in die Tasse und nie zuvor, rühren Sie vor und zurück. Rühren Sie NICHT im Kreis und berühren Sie niemals die Seiten. Schließlich sollten Sie immer aus der Tasse trinken und niemals schlürfen.“

Zum Tee werden gerne Scones gereicht. Ein rundliches Gebäck aus Mehl, kalter Butter und Milch. Dazu isst man Butter und Konfitüre. Zum Tee aber reicht man zu den Scones gerne „Clotted Cream“ (Streichrahm). Die königliche Art, Scones zu essen, besteht darin, sie entweder mit einem Messer zu schneiden oder mit den Händen zu brechen und zuerst die Sahne und dann die Marmelade aufzutragen.

Woher kommt der beste Tee?

Seit Jahrhunderten pflücken Frauen Teeblätter nach dem Prinzip „two leaves and a bud“ (zwei Blätter und die Knospe) von jedem Trieb auf dem Teestrauch. Der Anbau erfolgt in den meisten tropischen und subtropischen Gebieten der Erde. Der Geschmack ist dabei so unterschiedlich wie tausende von Teegärten, in denen der Teestrauch wächst.

„Gerade beim Champagner unter den Teesorten – dem Darjeeling – kann man es genau beobachten. Überall wird die gleiche Pflanze angebaut, aber der Geschmack unterscheidet sich spürbar je nach Anbaugebiet, Höhe des Teegartens (bis 2.500 Meter) und natürlich der Verarbeitung. Daher schmeckt ein Darjeeling First Flush aus der ersten Ernteperiode sehr fein und blumig, während ein Second Flush, der im Juni geerntet wird oder die immer beliebter werdenden Autumnals, die sogar noch im Dezember verarbeitet werden, kräftiger und malziger schmeckt“, erklärt Danijel Mlinarevic vom Teespezialisten AURESA

Indien
Rund 2000 Teeplantagen gibt es in der Provinz Assam, im Nordosten von Indien, entlang des Flusses Brahmaputra. Die englischen Kolonialherren begründeten den Teeanbau in Assam im 19. Jahrhundert. Ein schottischer Abenteurer namens Robert Bruce soll im Jahr 1823 die erste Teeplantage hier eingerichtet haben. Das Assam Tee Anbaugebiet ist heute das größte der Welt.
An den südlichen Hängen des Himalayas wächst der berühmte blumig-feinherbe Darjeeling.
Die dritte Teeregion in Indien ist im Südwesten des Landes zu finden, in der Provinz Kerala, wo auf bis zu 2.200 Metern der bekannte Nilgiri Tee in rund 20.000 Teegärten angebaut wird. Meist von Kleinbauern, die auf fairen Teehandel angewiesen sind.

Ceylon/Sri Lanka
Die Insel, im indischen Ozean, ist es eines der größten Teeanbaugebiete der Welt. Vor allem in Dimbula, Uva und Nuwara Eliya werden die bekannten Ceylontees produziert, die je nach Gebiet sehr unterschiedlich schmecken.

China und andere Länder
China ist mit Abstand der größte Teeproduzent der Welt, wobei das meiste jedoch für den eigenen Verbrauch produziert wird. In den Export kommen meist nur hochwertige Tees unterschiedlichster Art, wobei der Puh-Erh-Tee wohl der bekannteste ist. Die Südküste ist Chinas größtes Anbaugebiet. Dort werden alle Sorten von Tee gezüchtet – Grüntee, Schwarztee, Weißtee oder auch Oolongs und Jasmintee.

Afrika ist heute einer der größten Tee-Exporteure und produziert vor allem Schwarztee. Gerade in den letzten Jahren wird der Anbau von Qualitätstee verstärkt.

Japan pflanzt seit über 1000 Jahren Tee an und von dort kommen die teuersten Grüntees der Welt.

Und der Earl Grey…?

…der besteht aus einer Mischung aus Schwarztee und Bergamotte – ursprünglich ausschließlich aus chinesischen Teesorten. Heute kommen auch andere Teesorten zum Einsatz. Und er wird heute oft mit künstlichen Aromen statt mit echtem Bergamotteöl parfümiert. 
Über die Erfindung des Earl Grey gibt es unterschiedliche Darstellungen. Eine der unbelegten Legenden lautet, dass bei einem Sturm auf einer Überfahrt auf hoher See zwischen England und China die transportierte Ladung des Schiffes stark durcheinandergewirbelt wurde und sich dabei auslaufendes Bergamotteöl auf mitgeführte Teeballen ergoss. Ein Soldat namens Earl Grey  kostete diese Mixtur trotzdem. Den Geschmack soll er köstlich befunden haben. Oder stimmt diese Story: Daß der damalige Premierministers Charles Grey, der 1833 das Handelsabkommen zwischen England und China derart gelockert haben soll, dass die Teepreise fielen, so dass Tee auch für Normalverdiener erschwinglich war und man als Dank eine Teesorte nach ihm benannte. (Wikipedia)

Quellen: The Guardian und Auresa Teehandel

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