Zu den weißen Eseln in Illmitz: Lohnt sich die Wanderung zum Sandeck?

Nur wenige Kilometer außerhalb von Illmitz wird die Landschaft plötzlich weit und still. Schotterwege führen zwischen Weingärten, Wiesen und Schilf zum Sandeck. Dort lebt eine Herde weißer Barockesel – allerdings nicht als Streicheltiere, sondern als tierische Landschaftspfleger im Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel.

Die rund acht Kilometer lange Route eignet sich zum Wandern und Radfahren. Große Steigungen gibt es nicht, dafür kaum Schatten und einen etwa 500 Meter langen, sandigen Abschnitt. Wir zeigen euch, wo ihr startet, was unterwegs zu beachten ist und ob sich der Ausflug zu den weißen Eseln wirklich lohnt.

Die Tour auf einen Blick

  • Mitnehmen: Wasser, Sonnenschutz, Windjacke und Fernglas
  • Ziel: Sandeck und weiße Esel bei Illmitz
  • Distanz: rund 8 Kilometer
  • Geeignet für: Wanderer und Radfahrer
  • Ausgangspunkt: südlicher Ortsrand von Illmitz bei der Schrändlgasse oder Illmitzer Seestraße gegenüber dem Seewäldchen
  • Weg: überwiegend Schotter, etwa 500 Meter sandiger Untergrund
  • Schwierigkeit: leicht, aber weitgehend ohne Schatten
  • Mit Kindern: grundsätzlich möglich, Sonne und Streckenlänge beachten
  • Kosten: frei zugängliche Nationalparkroute

Lohnt sich die Wanderung?

Ja – besonders für Menschen, die offene Landschaft, Tiere und ruhige Wege mögen. Die weißen Esel sind zwar der bekannteste Grund für den Ausflug, das eigentliche Erlebnis ist aber die Landschaft rund um das Sandeck. Hier zeigt sich der Seewinkel nicht als klassisches Seeufer, sondern als Mischung aus Wiesen, Weingärten, Sandflächen und Schilf.

Wer eine schattige Waldwanderung oder viele Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke erwartet, wird dagegen nicht glücklich. Am Sandeck geht es um Weite, Naturbeobachtung und Ruhe.

Warum leben weiße Esel am Sandeck?

Die Tiere sind Teil der Landschaftspflege. Durch Fressen, Tritt und ihre Sandbäder halten sie die Vegetation kurz und verhindern, dass Büsche und Bäume die offenen Flächen überwuchern. Dadurch bleiben Lebensräume für seltene Pflanzen und Insekten erhalten.

Die Esel sind also nicht bloß ein Fotomotiv. Sie erfüllen im Nationalpark eine konkrete Aufgabe. Die Koppeln dürfen nicht betreten werden, die Tiere sollen nicht gefüttert werden.

So verläuft die Route

Als Ausgangspunkt nennt der Nationalpark zwei Möglichkeiten: den südlichen Ortsrand von Illmitz bei der Schrändlgasse sowie die Illmitzer Seestraße gegenüber dem Seewäldchen. Von dort führen geschotterte Wege durch die typische Kulturlandschaft des Seewinkels bis zum Sandeck.

Direkt beim Sandeck wird der Untergrund für ungefähr 500 Meter sehr sandig. Zu Fuß ist das normalerweise kein großes Problem. Mit einem Fahrrad kann dieser Abschnitt mühsam werden; ungeübte Radfahrer müssen möglicherweise kurz schieben.

Am Stall der weißen Esel befindet sich ein Trinkwasserbrunnen. Darauf allein würden wir uns bei heißem Wetter dennoch nicht verlassen – eine eigene Trinkflasche gehört ins Gepäck.

Der Aussichtsturm am Sandeck

Neben den Eseln fällt ein ehemaliger ungarischer Grenzwachturm auf. Von hier blickt man über Schilfgürtel, Feuchtwiesen und die geschützte Naturzone.

Die beiden 16 Meter hohen Türme im südlichen Seevorgelände stammen aus der Zeit des Eisernen Vorhangs und wurden später an ihre heutigen Standorte versetzt. Wichtig: Die oberen Etagen sind laut Nationalpark nur im Rahmen geführter Touren zugänglich.

Wann ist die beste Zeit?

Frühling und Herbst sind für die Wanderung besonders angenehm. Im Sommer kann die offene Landschaft sehr heiß werden, weil Bäume beim Sandeck die einzige nennenswerte Schattenquelle entlang der Route bilden.

Wer Vögel beobachten möchte, sollte möglichst früh starten. Später erschweren Hitze, Luftflimmern und Gegenlicht die Beobachtung. Ein Fernglas lohnt sich auch für Besucher, die keine ausgewiesenen Birdwatcher sind.

Ist die Tour für Familien geeignet?

Die Strecke ist flach und technisch nicht schwierig. Mit Kindern muss aber bedacht werden, dass acht Kilometer, wenig Schatten und sommerliche Hitze anstrengender sein können als erwartet.

Für kleinere Kinder ist ein geländetauglicher Kinderwagen sinnvoller als ein Modell mit kleinen Rädern. Der sandige Abschnitt kann trotzdem mühsam sein. Die Esel sind Weidetiere im Nationalpark und kein Streichelzoo.

Unser ehrliches Fazit

Die Wanderung zu den weißen Eseln lohnt sich nicht wegen einer spektakulären Attraktion, sondern wegen der Kombination aus Tieren, weiter Landschaft und Nationalpark. Die Route ist einfach, verlangt bei Sonne und Wind aber etwas Vorbereitung.

Wer früh startet, Wasser mitnimmt und sich nicht nur auf die Esel konzentriert, erlebt eine der charakteristischsten Landschaften rund um Illmitz.

Weitere Informationen und die offizielle Route findet ihr beim Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel.